<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087</id><updated>2011-09-28T21:21:32.798+02:00</updated><category term='Trampolin'/><category term='Selbstfindung'/><category term='Altersheim'/><category term='Thalys'/><category term='Arschbombe'/><category term='Bahnfahren'/><category term='Zahnarzt'/><category term='Liebe'/><category term='Schwimmbad'/><category term='Clochard'/><category term='Kopfsprung'/><category term='Paarmensch'/><category term='Ostern'/><category term='Mut'/><category term='Kiosk'/><category term='Desserts'/><category term='Busfahren'/><category term='Zug'/><category term='Köln'/><category term='Silvester'/><category term='Frauen'/><category term='Sommer'/><category term='Amèlie Nothomb'/><category term='Leben'/><category term='Urlaubstag'/><category term='Männer'/><category term='Wellentanz'/><category term='Weisheitszahn'/><category term='Kühlregal'/><category term='Veränderungen'/><category term='Messe'/><category term='Hundekot'/><category term='Paris'/><category term='Heilig Abend'/><category term='Gummibärchen'/><category term='Kaffee'/><category term='Weisse Weihnachten'/><category term='Reise'/><category term='Jesus'/><category term='Menschlichkeit'/><category term='Vögelgezwitscher'/><category term='Charlotte Roche'/><category term='Ponyhof'/><category term='Ehrenfeld'/><title type='text'>Pot-aux-mots</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>41</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-3431283532442470832</id><published>2011-06-05T09:02:00.004+02:00</published><updated>2011-06-05T09:12:46.846+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Altersheim'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ponyhof'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paarmensch'/><title type='text'>Gedanken-Eintopf zum Weltverbessern und lange gewittrige Nächte überstehen</title><content type='html'>Irgendwie hab ich was zu sagen. Oder vielmehr ist mir nach Schreiben. Das ist ja hier wie so eine Art Tagebuch, und da wandern eben so meine Befindlichkeiten rein. Eigentlich sind es zwei Dinge, die gerade vorrangig in meinem Kopf sind.&lt;br /&gt;Erstens denke ich, wieder mal, über das Leben nach. Es ist schönstes Vorsommerwetter, heute Nacht hat es gewittert, heute morgen ist die Welt frisch geputzt, duftig und einladend. Ich habe Schönes vor heute. Sonntag. Ich habe frei. Gestern war ich arbeiten, und das fiel bei heißem Wetter nicht leicht. Ich arbeitete gestern im Altersheim. Ich mache das noch nicht lange, und höre auch bald wieder damit auf. Das habe ich beschlossen, weil ich einfach dieses ungute Gefühl, vor und während der Arbeit nicht loswerde. Vor der Arbeit denke ich, ach, ich will am liebsten nicht hin, ich könnte so schöne andere Dinge machen. Sieben Stunden muss ich da jetzt verbringen, ich freue mich, wenn dann endlich Feierabend ist. Und ich spüre dieses ungute, kalte Gefühl im Bauch. Während der Arbeit denke ich, hoffentlich passiert jetzt nicht was Ungeahntes,  hoffentlich läuft alles glatt und macht mir nicht mehr Stress als ich mir eh schon mache. Wichtig sind die Kollegen. Ich arbeite mit... also bin ich... Meistens sind es nicht die, die mir ein gutes Gefühl geben. Davon gibt es leider auch nur wenige. &lt;br /&gt;Diese Gefühle, die das Leben nicht schöner machen, habe ich mir neun Monate lang angeschaut. Nun mag ich nicht mehr. Ich höre dort auf. Sobald ich es ausgesprochen hatte, vielen einige Kilos von mir ab.&lt;br /&gt;Gestern dann wieder dort, einen Monat muss ich ja noch, war mir leichter ums Herz. All das was ich jetzt mache, mache ich zum vorletztvorletztvorletzten Mal. Ich hörte wieder meine Kolleginnen. Ich hörte ihnen diesmal aufmerksamer zu, denn ich war freier im Kopf. Oder sagen wir so, gestern rauschte es an mir vorbei, wo es mich vorher negativ beeinflusste. Da wurde geschimpft über den Stress, den Mangel an Kollegen und die nervenden Bewohner. Ein Satz hat so richtig geschnitten. Es ging um Ausgehen abends. Eine Kollegin überlegte abends in eine Disco zu gehen. Eine andere sagte: „Doch, mach das! Geh raus! Das braucht man um runterzukommen, und den ganzen Sick hier zu vergessen.“ Dieses Wort „Sick“ schleuderte soviel Abscheu hinaus, dass ich mich fast erschreckte. Wie kann man seinen Job nur so hassen? Oder eher: Wie kann man eine Arbeit jahrelang verrichten, die man so widerwillig macht. Sie redeten über Szenen, die im Frühdienst passiert sind. Ein Bewohner, der sie beschuldigte, ein Hemd geklaut zu haben, eine andere, die in einer Nacht regelmäßig acht Unterhosen bescheißt (plötzlich hieß es nicht mehr professionell: eingekotet), ein anderer, der behauptet, nichts zum Frühstück bekommen zu haben. &lt;br /&gt;Ja, die alten Menschen können wirklich sehr herausfordernd sein. Immer nett zu sein geht nicht. Man ist auch nur Mensch, und wenn man noch so caritativ sein will. &lt;br /&gt;Dennoch bleibt bei mir das Wundern und auch ein Stück Entsetzen darüber, wie unwillig hier Arbeit verrichtet wird. Wundern vor allem darüber, dass man trotz allem dabei bleibt. Ok, ständig werden sie krank, bleiben mehrere Tage zuhause, und jeder versteht es, denn kaputt sind sie alle. &lt;br /&gt;Und ich frage mich: Warum lebt man ein Leben, wo man so viel Zeit verbringt, die einen anscheinend so fertig macht? Mir ist das Leben zu kostbar dafür. Ja, man mag mich Schlendrian, Rosinenrauspicker nennen. „Das Leben ist kein Ponyhof.“ Warum eigentlich nicht? Ja, klar, irgendwer muss „die Drecksarbeit“ machen. Ja, aber dann wollte ich dafür sorgen, dass die Drecksarbeit gefühlt wenigstens nicht dreckig bleibt. Wenn ich nur solche frustrierten, mir meine Energie fressenden Wesen um mich habe, dann ist mir in der Tat meine Arbeit sehr dreckig. &lt;br /&gt;Es gehen die Meinungen rum, in Altersheimen würden die alten Menschen vor sich  hinvegetieren, schlecht gepflegt, bis hin zu aggressiv behandelt werden. Ich sage weder stimmt, noch stimmt nicht. Eigentlich sind alle bemüht. Aber wenn sie sich in ihrem Pessimismus und ihrem Frust so gegenseitig runterziehen, dann kommt es in der Tat zu Worten, die ich bereits als Aggression empfinde, und sogar Handgriffe werden nicht so ausgeübt, dass ich Einfühlungsvermögen erahnen kann.&lt;br /&gt;Also entweder Leute, geht weg, macht was, was euch heiter macht, nicht verdunkelt, oder bringt Licht hinein! Ein positives Wort, ein Lächeln, eine Umarmung vielleicht mit der Kollegin, die gerade müde ist. Sie auffangen, statt mit ihr zu fallen.&lt;br /&gt;Ich habe das nicht geschafft. Es aber auch nicht der richtige Ort für mich, nicht die richtige Betätigung, um zu versuchen, die Welt dort zu retten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls bleibt mir das Wundern im Kopf über die Akzeptanz eines Zustands, der einen unglücklich macht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach ja, mir war ja zu Anfang noch etwas anderes im Kopf. Das hat aber damit gar nichts zu tun, sondern eher mit einer Frage nach, wie viel und überhaupt Beziehung, braucht der Mensch? Glücklicher, aufgeregter, freier Single, oder zufriedener, ruhender, geborgener Paarmensch?&lt;br /&gt;Ich stelle mir diese Frage, weil ich mich heute Nacht, in einer Schlaflosen, mit leichten krank-im-Bauch-Gefühlen und diesem gruseligen Gewitter recht einsam fühlte, und mein Single-Leben wohl, zumindest bis nach dem einsamen Sonntagsmorgen-Frühstück in Frage stellte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Naja, einfach so ein Gedanken-Eintopf.&lt;br /&gt;Tat gut.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-3431283532442470832?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/3431283532442470832/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=3431283532442470832' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3431283532442470832'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3431283532442470832'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2011/06/gedanken-eintopf-zum-weltverbessern-und.html' title='Gedanken-Eintopf zum Weltverbessern und lange gewittrige Nächte überstehen'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-358157879191608748</id><published>2011-05-18T07:51:00.001+02:00</published><updated>2011-05-18T07:52:23.237+02:00</updated><title type='text'>"Sind sie ansprechbar?"- Fortsetzung</title><content type='html'>„Sind Sie ansprechbar“, hieß einmal einer meiner Einträge hier. Daraufhin kam gestern ein schöner, langer Kommentar. Und prompt passiert mir gestern abend etwas, das wunderbar dazu passt. Hat das was mit den Energien und Aufmerksamkeiten zu tun...?&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich stehe am Bahnsteig und warte auf meinen Zug. Es ist abends um halb elf, wochentags. Ich  bin nicht alleine. Eine Freundin von mir hat mich begleitet und wartet mit mir. Wir reden, vielleicht etwas lauter, vielleicht lachen wir auch etwas, vielleicht macht ihr das Mut, vielleicht, sind wir ihr auch einfach sympathisch. „Darf ich Sie mal ansprechen?“ fragt uns eine junge Frau. Sie mag Anfang Zwanzig sein, eine moderne Türkin. „Klar“, sage ich. Sie lacht kurz, wiederholt mein „Klar,“ sagt, „ wir sind ja in Köln.“ Und wird dann ernster: „Seid ihr schon mal betrogen worden?“ Meine Freundin und ich gucken vermutlich zwei Sekunden lang etwas dümmlich überrascht, weil man so eine Frage normalerweise nicht von einer fremden Frau am Bahnsteig gestellt bekommt, aber dann sind wir auch schon zum Antworten bereit. „Nein,“ sagt meine Freundin. „Nein,“ sage ich, „zumindest nicht, dass ich wüsste.“ Wieder lachen wir ein wenig, und dann erzählt uns die Frau - das Mädchen passt besser? Nein, irgendwas dazwischen- dass sie heute erfahren hat, dass ihr Freund, mit dem sie zwei Jahre lang zusammen war, sie ein halbes Jahr lang betrogen hat. Wir stellen Fragen, sie antwortet, sie erzählt, dass sie nachdem sie ihn zur Rede gestellt hat, die Wut kam, ihn vor seinen Freunden Schlappschwanz genannt hat, ihm am Telefon was vorgestöhnt hat, um dann zu sagen: „Na, erkennst du das? Sie waren alle vorgetäuscht meine Orgasmen.“ &lt;br /&gt;Jetzt gleich, also um zwölf sei ihr Geburtstag. Im Moment läuft alles schief. „Meistens führen solche schlechten Zeiten dazu, dass sich etwas sehr positiv verändert,“ versuche ich sie zu trösten. Aber Trost braucht sie eigentlich nicht. Sie wirkt nicht niedergeschlagen,  aufgeregt ist sie, erregt. So erregt, dass sie einfach zwei fremde Frauen am Bahnsteig Hansaring (dem hässlichsten und kältesten) anspricht und aus ihrem Leben erzählt.&lt;br /&gt;Ihre Bahn kommt. Sie ist schnell weg, halb lachend, halb leidend sagt sie: „Danke, dass ihr mir zugehört habt.“ „Alles Gute!“ sagen meine Freundin und ich gleichzeitig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser kleinen Erfahrung steckt viel drin. Als Fortsetzung zu „Sind sie ansprechbar?“ natürlich die Verwunderung darüber, wie verschlossen wir Menschen eigentlich sind. Wir befinden uns ständig auf engstem Raum miteinander, zum Beispiel in der Bahn, im Wartezimmer, im Supermarkt, und reden kein einziges Wort miteinander. Meistens schauen wir uns nicht mal an. Auf dem Land ist das anders. Da, wo es nur wenige Menschen gibt, da grüsst man sich, wenn man sich auf der Strasse trifft. Nicht weil man sich kennt, sondern weil Mensch auf Mensch trifft. Klar, wäre es viel zu anstrengend, wenn man zu jedem Vorübergehenden „Guten Tag“ sagen würde. Aber ein kleines bisschen mehr Offenheit wäre doch nur selbstverständlich. &lt;br /&gt;Mir gefällt das Bild, dass der Kommentator von „Sind Sie ansprechbar?“ genutzt hat: Wir Menschen scheinen eine Käseglocke über uns zu tragen. Menschen als Schatten, denen wir keine Realität verleihen können. &lt;br /&gt;Es braucht ja nicht viel. Wir brauchen nur einen kleinen Anstupser und schon werden wir wach. Schon hebt sich die Käseglocke und der Mensch, der eben noch Schatten war, wird zu meiner Realität. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wünsche der Türkin ein schnelles und gutes Überstehen ihrer Krise. Bin aber zuversichtlich, dass sie das flott hinter sich bringt. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Und teilen kann sie ja....&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-358157879191608748?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/358157879191608748/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=358157879191608748' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/358157879191608748'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/358157879191608748'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2011/05/sind-sie-ansprechbar-fortsetzung.html' title='&quot;Sind sie ansprechbar?&quot;- Fortsetzung'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-8542446742821549592</id><published>2011-01-16T18:15:00.000+01:00</published><updated>2011-01-16T18:17:33.569+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Trampolin'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Selbstfindung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wellentanz'/><title type='text'>Ich will doch nur spielen</title><content type='html'>„Der will doch nur spielen,“ heißt es, wenn der Hund angelaufen kommt.&lt;br /&gt;Ich will auch spielen. Ist mir heute noch mal so richtig bewusst geworden. Und zwar war das so: Ich traf einen Freund zum Kaffee trinken. Dieser Freund nimmt an so ziemlich allem teil, woran der Mensch mit Tendenz zur Bemangelung seiner Selbstfindung teilnehmen kann. Er nimmt das nicht sehr ernst, sondern macht sich erfrischend lustig über sich und seine Aktionen. („Sag mal, wie kommst du eigentlich immer auf all diese Sachen?“ „Brauchst nur Schauen unter www-punkt-wie-finde-ich-mich-selbst-punkt-de ;)“ ). Seine Familie hat er schon mehrfach aufgestellt, in Form von Stühlen, Kissen oder gar lebenden Menschen. Er macht regelmäßig Improvisationstheater und irgendein Körpertraining, dessen Namen ich vergessen habe. Auf jeden Fall ist viel bewusstes Atmen dabei. Er fährt regelmäßig zu Wochenenden ins Kloster, und wird manchmal von seinem Therapeuten in die Fußgängerzone geschickt, wo er laut aus der Zeitung vorlesen soll, oder ins Café, um sich zu einer Person an den Tisch setzen, und sodann in einem Pornoheft zu blättern. Stärkung des Selbst. Nun erzählte er mir, mache er auch noch Kurs „Improvisierten Tanz mit Partner“ und eine Art Wellentanz, wo man mit den Ellenbogen Kontakt zu anderen Teilnehmern aufnehmen soll. „Wave“ nennt sich das. Gott sei Dank sagt er dazu, dass er manchmal mit seinem Mitbewohner in der Küche steht, diesen Tanz übertrieben darstellt, und sich in lustigen Sprüchen und Bewegungen über „Wave“ lustig macht.&lt;br /&gt;Es hätte da eine Frau gegeben beim improvisierten Paartanz, die war sehr attraktiv und wirkte selbstbewusst, aber dann beim Tanzen stellte sich heraus, dass sie doch irgendwie verkrampft sei, und nicht aus sich raus käme. Ich dachte gleich, das hätte wohl auch ich sein können. Erst viel labern, um schon mal nen guten Stand in der Gruppe zu haben, aber wenn es dann ans Eingemachte geht, dann werde ich plötzlich ganz klein. &lt;br /&gt;Und dann fragte ich mich, WARUM eigentlich? Bin ich denn, und wohl auch die andere, tatsächlich so schüchtern und verklemmt? Haben wir ein Problem mit unserem Körper? Mit unseren Gefühlen? Und ich frage mich, sind Leute wie sie und ich, einfach nur nicht am richtigen Ort? Man belegt aus Neugier, und damit man was vorzuweisen hat in seiner gesellschaftlichen Aktivitätenliste, mal so einen Kurs, aber wenn man dann da ist, merkt man, „Hey, ich habe jetzt wirklich überhaupt keine Lust mich wie ein Getreidehalm im Wind zu beugen. Ich habe vor allem deshalb keine Lust drauf, weil mich dabei alle irgendwie angucken, und ein Urteil über mich fällen. Und ich selber tue das auch. Da ist doch von Anfang an schon Druck da. Das ist alles irgendwie unnatürlich!“ &lt;br /&gt;Ich denke an meine alten Hobbys. Als Kind war ich in einer Karnevals- Tanzgruppe, und habe jedes Mal den Mittwoch herbeigesehnt, wenn wir Training hatten. DAS hat SPASS gemacht! Da fühlte ich mich nicht auf meine Persönlichkeit gestoßen, wenn mein Bein nicht so hoch flog wie das der Nachbarin.&lt;br /&gt;Ich war auch in einer Gymnastik Gruppe. Da machten wir ebendiese und manchmal wurde das grosse Trampolin rausgeholt, was ein Riesen-Spass war. Oder wir spielten um uns „aufzuwärmen“ Fangen oder Plumpssack. Ich war am Ende k.o. und glücklich, und fühlte mich nicht verklemmt. &lt;br /&gt;Neulich habe ich einmal mit Kindern verstecken gespielt. Ich habe wenig mit Kindern zu tun, und verstecken spielen habe ich das letzte mal vor ca. 23 Jahren gemacht. Ich habe mich in der Dusche versteckt. Die Badezimmertür ging langsam auf, die Suchende kam herein, mein Herz schlug wie wild. Ich wollte schreien vor Spannung. Sie fand mich. Ich schrie. Ach, was eine Aufregung! Und die kam ganz natürlich aus mir raus. Da sagte keiner vorher zu mir: „Jetzt klopfen wir mal mit dem Stock auf das Kissen und schreien laut NEIN!“&lt;br /&gt;Ich finde es gut, dass ich nicht (mehr) zu derartigen Veranstaltungen gehe, nach denen ich mir hinterher Vorwürfe mache, weil ich mich für verklemmt halte. &lt;br /&gt;Aber ich finde es nicht gut, dass ich nicht mehr spiele. Oder sagen wir, viel zu selten. Neulich machte ich für meinen Freund alberne Tänzchen im Wohnzimmer. Er lachte sich schlapp. Ich war außer Puste und sehr vergnügt. &lt;br /&gt;Als Kind hatte man Spielsachen. Was haben wir Erwachsene für Spielsachen? Das Auto, sagt man so. Aber das ist kein Spielchen, was einen ausgelassen Lachen macht. Radfahren ist nur noch Fortbewegung oder Sport. Inlinen das könnte man mal wieder machen. Aber dann will ich nicht dran denken, wie gut das jetzt für meine Oberschenkel ist.&lt;br /&gt;Als Kind fand ich es ganz schlimm, wenn ich meine Eltern in die Kneipe begleiten musste. Oder irgendwo dabei sitzen und die Unterhaltungen der Erwachsenen anhören. Das war ein Höchstmass an Langeweile. Heute sitzt man ständig irgendwo rum und unterhält sich. Was ja auch oft schön ist, aber manchmal wünschte ich mir, einfach mal aufzustehen und ne Runde Fangen zu spielen. Zum Wachwerden  und zur allgemeinen Erheiterung und aus viel zu lange unterdrücktem Bewegungsdrang.&lt;br /&gt;Als ich nach diesem Kaffeetrinken mit Selbstfindungs-Freund lange Spazieren ging, erinnerte ich mich daran, wie ich mir früher immer mein Traumhaus eingerichtet habe: Es sollte darin verschiedene Ebenen geben, mit vielen Kissen, die überall rumliegen, dann Schaukeln, von denen man sich in die Kissen fallen lassen kann und Trapeze, von denen man sich einfach hängen lassen kann, breite Treppengeländer, auf denen man rutschen kann. Ein Trampolin wäre top gewesen. Und Wände, die man bemalen kann.&lt;br /&gt;Warum habe ich keine Schaukel in der Wohnung? Warum male ich nicht mehr? Warum langweile ich mich oft? Warum gehe ich nicht mehr zum Karneval? &lt;br /&gt;Es ist nicht leicht, sich das Kindliche zu bewahren. Aber scheinbar sehnen wir uns alle nach dieser kindlichen Freude und nach Spielen. Warum gäbe es sonst all diese Kurse? Das soll wohl Spielen für Erwachsene sein. Geht ja auch, aber meiner Meinung nach nicht so. Beim Spazierengehen sah ich Männer auf der Wiese Fußball spielen. Perfekt! Ich habe auch schon mal ein Grüppchen junger Menschen Akrobatik auf der Wiese machen sehen. Und manche spannen ein Gummiband zwischen zwei Bäume und balancieren. Toll!&lt;br /&gt;Hey, da fällt mir ein, ich habe neulich mit meinem Freund Fangen gespielt. Geht doch. Manchmal. Ich google mal ob es nicht ne nette Tanzgruppe in meiner Nähe gibt.&lt;br /&gt;Ich will doch nur spielen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-8542446742821549592?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/8542446742821549592/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=8542446742821549592' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8542446742821549592'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8542446742821549592'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2011/01/ich-will-doch-nur-spielen.html' title='Ich will doch nur spielen'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-8534295613349301057</id><published>2010-12-31T08:13:00.003+01:00</published><updated>2010-12-31T09:00:07.951+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Weisse Weihnachten'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Silvester'/><title type='text'>Schnee und Liebe</title><content type='html'>Es muss schon etwas Besonderes passieren, wenn ich mal wieder meinen Blog fülle. Das Besondere, was mir passiert, passiert heute der ganzen Menschheit (zumindest dem Teil, der in unserer Zeitrechnung lebt): Silvester. Das alte Jahr wird zum neuen Jahr. Der alte Mensch, der in der letzten Zeit abwartend und möglicherweise lethargisch geworden ist, wird zum neuen Menschen mit neuen Zielen und Ideen im Blut.&lt;br /&gt;Zu diesem Phänomen habe ich beim letzten Jahreswechsel bereits etwas geschrieben. Es soll nicht langweilig werden, darum verkneife ich mir dieses Mal nachdenkliche, möchtegern-schlaue Sätze zu diesem Event. &lt;br /&gt;Ich habe auch letztes Jahr von meinem Weihnachten berichtet. Das möchte ich dieses Jahr wiederholen, denn das wird keine Wiederholung, sondern, wetterbedingt, eine ganz andere Geschichte.&lt;br /&gt;Es war einmal Der Heilige Abend im Jahre 2010. Eigentlich fängt die Geschichte am Heiligen Abend Morgen an. Als ich aus dem Fenster schaue und in meinem Bauch Panikbienen wild schwirren. Schnee. Und zwar mehr als gestern. Mehr als vorgestern. Mehr denn je. Vor meinem Fenster ein Wintersportort. Sehr schön sieht das aus, und ich finde es schade, dass ich nicht, wie es eigentlich natürlich wäre, bei dieser herrlichen Landschaftsveränderung, kindliche  Glücksgefühle verspüre. Das mag daran liegen, dass ich als Kind auf den Rücksitz krabbeln konnte mit dem guten Gefühl „Papa macht das schon“. Heute muss ich hinter dem Steuer sitzen und „es schon machen.“ Ich mache es aber nicht. Ich komme nicht weg aus meiner eingeschneiten Parklücke. Und ich will auch nicht weg. Ich will nicht raus aus meiner Schneehöhle und das Auto auf die gruseligen Strassen bewegen. Der Plan ist nach Hause zur Familie zu fahren. Die sind 40 Kilometer von meiner Schneehöhle entfernt. Dazwischen liegen endlos weite Landstrassen, die vermutlich kaum noch als solche zu erkennen sind, weil der Schnee alles in eine große, weiße Fläche verwandelt hat. Dazwischen liegen Gefahren von im Graben landen, im Schnee stecken bleiben,  Auto kaputt bis hin zum Erfieren. Und das an Heilig Abend? Nein. Das schaffe ich nicht. Ein Kind kommt, ein Erwachsener geht. Die Rechnung geht auf, aber nicht mit mir. Ich werde sehr traurig, aber mein Entschluss steht fest. Angstbedingt bleibe ich zuhause. Ich rufe meine Eltern zum x-ten Mal an, und teile ihnen meine endgültige Entscheidung mit. Wir legen niedergeschlagen auf. Ich weine sehr viel an diesem Tag. Weihnachten alleine. Das Fest der Liebe abgeschnitten von den Menschen, die man liebt. Ich überlege mir, wie ich den Tag also rumbringen kann. Ich denke an Glühwein, den ich noch im Schrank habe, und studiere das Fernsehprogramm. Ich versuche mich zu trösten, indem ich mir einrede: „Hey, es ist ein Tag wie jeder andere. Ich ignoriere einfach, was die restliche Welt da draußen heute macht. Die Welt, die mutiger war als ich...“ &lt;br /&gt;Ich telefoniere mit meinem Freund. Er macht gerade seine Weihnachtseinkäufe. Wie kann das sein? Wie können Menschen sich so normal in der Welt bewegen, die doch heute, zumindest mir, so verschlossen erscheint? Wie kann man irgendwohin gelangen, was außerhalb der Zu-Fuss-Geh-Weite liegt?? &lt;br /&gt;Ich kann kaum reden, kann nur mein Schicksal beweinen. Fühle mich so einsam. Mein lieber Freund schimpft mit mir, warum ich denn nicht schon eher angerufen habe. „Ich komme dich abholen. Ich fahre dich zu deinen Eltern.“ Mein Freund befindet sich gerade ca. 30 Kilometer von meinem Wohnort. Er hat Sommerreifen. Ich will gerade „Nein, nein, das ist doch verrückt!“ sagen, da klingelt das Festnetztelefon. Meine Mutter: „Schatz, nimm dir ein Taxi und komm damit her. Wir zahlen es dir.“ &lt;br /&gt;Nun muss ich noch mehr weinen. Das ist das echte Fest der Liebe. Entgegen der Vernunft handeln. Die Hauptsache sind die Menschen und ihr Glück. Ihr Zusammensein und ihre Liebe. Ich werde geliebt. &lt;br /&gt;„Du wirst geliebt“ ist übrigens genau die Definition, die ich letztes Silvester beim Bleigießen aus meiner Figur gelesen habe...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wünsche allen Liebe. Denn das ist das Wichtigste im Leben. Und zwar nicht nur geliebt werden, sondern vor allem Liebe geben. Ein wunderschöner, wohliger Kreislauf gegen den Schnee und weitere Katastrophen keine Chance hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-8534295613349301057?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/8534295613349301057/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=8534295613349301057' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8534295613349301057'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8534295613349301057'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/12/schnee-und-liebe.html' title='Schnee und Liebe'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-1082849451185751108</id><published>2010-08-27T07:37:00.001+02:00</published><updated>2010-08-27T07:39:39.562+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Liebe'/><title type='text'>Geteilte Freude</title><content type='html'>Ich habe mich gefreut! Da hat jemand sofort meinen neuen Text über das kölsche Grundgesetzt entdeckt. Wenn das jemand sofort bemerkt, dann kann das nur bedeuten, dass dieser Jemand oft, wohlmöglich täglich, auf meine blog-Seite schaut. Und ich bekomme das gar nicht mit. Denke, mein blog ist am Verwaisen. Und das Schönste, dieser Jemand ist mein Freund. Ach so, denken jetzt die, die möglicherweise meine Worte hier lesen, ist doch klar, dass dein Freund sich dafür interessiert. Nein, ist gar nicht so klar. Leider, leider, sind Menschen, obwohl sie in Partnerschaft sind, ganz schön allein. Interesse am anderen ist doch so wichtig. Und wenn es Liebe ist, wohl auch ganz selbstverständlich.&lt;br /&gt;Leben teilen...&lt;br /&gt;Ich möchte hier einmal rausbrüllen, wie dankbar ich dafür bin, einen Menschen an meiner Seite zu haben, mit dem ich mich teilen kann. Ich bin nicht mehr nur ich alleine, ich teile mich und meine Sorgen, meine Freuden, meine Fragen, meine Witzchen, mit einem Menschen, der mir zuhört, mir Antworten gibt, über mich lacht, und mich zum Lachen bringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danke!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-1082849451185751108?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/1082849451185751108/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=1082849451185751108' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1082849451185751108'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1082849451185751108'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/08/geteilte-freude.html' title='Geteilte Freude'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-119537962677370334</id><published>2010-08-26T08:21:00.001+02:00</published><updated>2010-08-26T08:23:28.004+02:00</updated><title type='text'>Dat kölsche Grundgesetz</title><content type='html'>Es ist noch nicht Weihnachten, und ich habe es schon geschafft, das Dokument aufzumachen, und den Willen geformt, etwas zu schreiben. &lt;br /&gt;„Ich freue mich schon darauf, wenn du über das Kölsche Grundgesetz schreibst,“ hörte ich neulich. Huch, wollte ich das?!?&lt;br /&gt;Ja, ich erinnere mich, dass wir über das Kölsche Grundgesetz sprachen, und dabei feststellten, dass das eine tolle Sache ist. &lt;br /&gt;Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die halten das Kölsche Grundgesetz für eine typisch kölsche Witzparade. Lockere Sprüche aus dem frechen Mundwerk des optimistischen, lustigen Rheinländers gesprochen. Thekensprüche, die nichts weiter bedeuten, als „Loss mich in Ruh“, oder gar ein Lückenfüller sein können, wenn man nichts anderes zu sagen weiss.&lt;br /&gt;Erzählt mir jemand seine Sorgen, und ich gebe ihm darauf ein „Et kütt wie et kütt“ zurück, dann könnte man darin ein uninteressiertes, wenig einfühlsames Verhalten sehen. &lt;br /&gt;Wobei sich eigentlich etwas ziemlich Esoterisches dahinter verbirgt. Es riecht nach Schicksal, nach einem vorbestimmten Weg, auf den wir keinen Einfluss haben, und darauf Vertrauen ins Leben zu haben. Aber da Esoterik nervt, aber dennoch nicht nur Blödsinn ist, weiss das kölsche Grundgesetz die helfende Kernaussage in herrlich unanstrengendem, fröhlichen Ton ans Ohr des sorgenvollen Menschen zu bringen.&lt;br /&gt;Mir ist besonders hilfreich der Satz „Jeder Jeck es anders.“ Mein Freund schloss an. „und du kannst die Menschen nicht ändern.“ Lass einfach locker! Dann fällt es viel leichter, Menschen, die einem das Leben verdunkeln, einfach sein zu lassen. Ich muss niemanden so zurechtbiegen, wie ich mich dann mit ihm oder ihr wohl fühle. Ich muss kein tolles, harmonisches Verhältnis anstreben, wenn es einfach nicht geht. Der Mensch ist anders, also lass ihn. Toll, das ist eine ganz neue Freiheit!&lt;br /&gt;Ganz besonders gerne mag ich auch „Mäht nix!“ Simpel ausgedrückter Optimismus. Zug hat Verspätung, Regen, Butterbrot fällt auf die Butterseite. Macht doch nichts. Nicht viele Worte, einfach „Mäht nix!“ spüren.&lt;br /&gt;Das letzte der Kölschen Grundgesetze heisst „Drink doch ene met.“&lt;br /&gt;Dieses "Gesetz" könnte ich auch mal mitnehmen, wenn ich gleich auf die Strasse gehe. So wie alle anderen auch...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-119537962677370334?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/119537962677370334/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=119537962677370334' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/119537962677370334'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/119537962677370334'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/08/dat-kolsche-grundgesetz.html' title='Dat kölsche Grundgesetz'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-2806612870975160523</id><published>2010-08-13T07:39:00.001+02:00</published><updated>2010-08-13T07:41:19.637+02:00</updated><title type='text'>Mein Sommerloch</title><content type='html'>Ist still geworden hier, nicht? Hat mich jemand vermisst? Wollte jemand gerne etwas über Hundekot, Arschbomben und dergleichen erfahren? &lt;br /&gt;Wenn jemand lange nicht in seinem Blog schreibt, wenn man lange Zeit nichts von jemandem  liest, der behauptet schreiben würde ihm Spass machen, denn so ein Blog ist ja schliesslich eine freiwillige Sache, dann denkt man erstmal, es geht dem Schreiber nicht gut. &lt;br /&gt;Das kenne ich selber von mir und einer Freundin, auf deren Blog ich regelmässig klicke, und mir zunehmend Sorgen mache, wenn seit Monaten die selbe Überschrift ganz oben steht.  Depression, kein Lebenseifer, Leere inside, keine Zeit für Muße, ... Ich komme nur auf schlechte Gedanken bezüglich ihres schriftlichen Schweigens.&lt;br /&gt;Denkt das auch jemand von mir? &lt;br /&gt;Mir geht es gut. Sehr gut. Es ist sehr viel passiert in den letzten Monaten. Das fand mehr im Leben, denn im Schreiben statt. Dennoch ist es irgendwie unfair, das alles für mich zu behalten. Ich hätte die Welt (die, die mich liest), hin und wieder über schöne Dinge informieren können. &lt;br /&gt;Zum Beispiel über den Sommer und die schönen Nebenwirkungen, die er mit sich bringt. Ich hätte erzählen können, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben so braun geworden bin, dass mir jemand sagte: „Sie waren schon in Urlaub, nicht wahr?“  (Bisher hörte ich nur ein gnädiges, von Mutter ausgesprochenes: „Doch, du hast Farbe bekommen.“).&lt;br /&gt;Ich hätte vom Meer berichten können, einer Reise, die teilweise so schöne Orte bereit hielt, dass ich überlegte daraus einen Brigitte-Artikel zu verfassen. Könnte ja mal klappen, einen Artikel schreiben, und einfach einer Zeitschrift vorschlagen. Warum denn nicht? &lt;br /&gt;Hab ich nicht getan. Hab ja nicht mal hier was davon erzählt. Bin ich vielleicht faul geworden?! Ja, vielleicht. Schreiben ist ja auch ein bisschen wir Sport. Man muss sich schon so einen kleinen Tritt geben. Computer anmachen, und das leere Dokument aufrufen, fühlt sich ähnlich an, wie Laufschuhe anziehen. Und hinterher ist man meistens fröhlich. Andererseits, was hat es für einen „Sinn“ hier zu schreiben? Ich weiss nicht, wer und ob überhaupt ich gelesen werde. Wenn ich gelesen werde, dann merke ich nichts davon. Ist auch in Ordnung. Ich  habe verstanden, dass es nicht um Bestätigung geht. Manchmal eine Anregung, ein Auftakt zu einem „Gespräch“, „Leserbriefe“ sozusagen, wären natürlich schön. Aber  ich bin ja genauso faul, und reagiere auch nicht auf die Blogs anderer. &lt;br /&gt;Das Schreiben über Dinge kann nur einzig und alleine dann gut und sinnvoll sein, wenn ich einfach nur simplen Spass dabei habe. Für mich. Ohne Endziel. Keine Suchen nach Komplimenten und gar dem Wunsch nach „entdeckt werden“. Laufen geht ja auch, ohne dabei ständig vom Strassenrand beklatscht zu werden.&lt;br /&gt;Und es macht mir Spass. Und wieder nehme ich mir vor, doch hin und wieder mein altes Ritual zu pflegen. Morgens Kaffee im Bett und dem Laptop was erzählen,  ohne Plan einfach so, weil immer irgendwas raus kommt, und ich dann manchmal freudig überrascht bin, was da rauskommt. &lt;br /&gt;Und ich habe auch schon eine Idee, worüber ich an einem der nächsten Morgende schreiben möchte. Es hat was mit den Kölschen Grundgesetzen zu tun. Denn die rücken immer mehr in den Vordergrund. Aber vielleicht kommt auch wieder alles anders, und ich melde mich das nächste Mal zu Weihnachten und kommentiere dann wieder meine Faulheit.&lt;br /&gt;Faulsein zu dürfen ist doch toll, oder?!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-2806612870975160523?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/2806612870975160523/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=2806612870975160523' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/2806612870975160523'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/2806612870975160523'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/08/mein-sommerloch.html' title='Mein Sommerloch'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-3584309555763213566</id><published>2010-05-21T07:12:00.002+02:00</published><updated>2010-05-21T07:13:42.552+02:00</updated><title type='text'>Morgens, halb sieben, in Ehrenfeld, die Auflösung</title><content type='html'>Mein Kioskmann ist doof. Er kennt seine Kunden nicht. Nicht mal die Stammkunden. „Machste mit nen Kaffee fertig,“ hörte ich heute morgen wieder, und diesmal habe ich sofort regaiert. Ich fühlte mich ein bisschen wie Amèlie Poulin, die dem Photomaten-Phantom auf die Schliche kommt. Ich ging ans Fenster und wollte ihn sehen. Er soll nicht länger das Morgens-halb-sieben-Mysterium zu sein. Ich bin bereit, ihn mir anzuschauen, die Magie des Nichtwissens zu zerstören. Die ist verrückt, werdet ihr denken. Ja, vielleicht ein bisschen, aber es war so ein herrliches Spiel. Nun ist es aus, denn ich habe ihn gesehen. Der Kaffeemann ist nun nicht mehr die mysteriöse Stimme, sondern hat ein Gesicht. Oder vielmehr eine schwarze Baseballkappe über einem Gesicht, dass ich nicht so gut erkennen konnte. Ich hatte Recht, mit der Vermutung, dass er Handwerker ist. Und dass er in ein Auto steigt, und dann mit seinem Kaffee losfährt. Handwerkskoffer in der einen Hand, Kaffee (schwarz übrigens), in der anderen, genauso hatte ich ihn mir vorgestellt.&lt;br /&gt;Nun kann ich ihn mir nicht mehr vorstellen. Das Geschenkpapier ist ab. &lt;br /&gt;Und von meinem vergesslichen Kioskmann bin ich enttäuscht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-3584309555763213566?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/3584309555763213566/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=3584309555763213566' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3584309555763213566'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3584309555763213566'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/05/morgens-halb-sieben-in-ehrenfeld-die_21.html' title='Morgens, halb sieben, in Ehrenfeld, die Auflösung'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-5493407356264488204</id><published>2010-05-14T07:29:00.003+02:00</published><updated>2010-05-14T07:32:14.582+02:00</updated><title type='text'>Morgens, halb sieben, in Ehrenfeld, die Fortsetzung</title><content type='html'>Jetzt wird`s mir langsam unheimlich. Ich beginne zu verstehen, dass es Menschen gibt, die immer mal wieder auf meinen Blog klicken, den aktuellen Text sehen, der seit Wochen derselbe ist, und dann enttäuscht die Seite zu machen. Ich habe Leser!!&lt;br /&gt;Ich habe enttäuschte Leser?!? „Freundschaften muss man pflegen“. Leserschaften wohl auch?! Also, gibt es nun ein paar Worte. Keine Ahnung wozu, aber es wird Zeit. Auch für mich. Wie kann ich immer wieder behaupten, ich schriebe gerne, wenn seit Wochen „Morgens um zehn vor sieben in Ehrenfeld“ unter dem Schatten im Gemüsebeet geschrieben steht.&lt;br /&gt;Oh, dazu fällt mir was ein, tiens! Ich war neulich beim meinem Kioskmann gegenüber, und wie wir mit der Bierflasche (die mit dem Brasilien-Deckel...) an der Kasse stehen, fällt mir ein, ich könnte ja mal fragen. Aus dem Fenster gucken, habe ich mich nie gewagt, vermutlich wäre das direkte Sehen mir ein Schritt zu weit. Als erstmal eine Beschreibung, oder vielmehr eine Bestätigung einholen. Also frage ich: „Hier kam immer, morgens gegen halb sieben, ein Mann, und wollte, dass du ihm einen Kaffee fertig machst. Der kommt gar nicht mehr?!“ „Was für ein Mann. Kaffee fertig?“ „Wie jetz? Ich höre, bzw. hörte doch morgens immer die Stimme, die ich hörte. Eindeutig ein Mann, der von dir einen Kaffee wollte. Nachher hörte ich eine Autotür zuschlagen.“ Nee, mit dem Auto gibt es keinen. Wenn es eine Frau, wäre wüsste ich sofort wen du meinst,“ kokettiert er, und ich rolle obligatorisch mit dem Augen. „Mach keinen Quatsch!“ Die ganze Welt weiß doch, was morgens um halb sieben in Ehrenfeld passiert (na ja, zumindest ein paar liebe Leser). „Vielleicht stimmt das mit dem Auto auch nicht, vielleicht war das nur zufällig in dem Moment als ich die Stimme hörte, dass irgendwo eine Autotür zuschlug. Aber da war doch definitiv ein Kunde, der regelmässig nen Kaffee wollte!?!“ „Vielleicht der Strassenfeger. Der kommt aber nicht jeden Tag. Der kommt nur dreimal die Woche so früh. Montags, Dienstags und Donnerstags kommt er von rechts. Dann nimmt er `nen Kaffee mit. Wenn er von rechts kommt, dann ist er zwei Stunden später dran. Dann nimmt er keinen Kaffee.“ Ich bin enttäuscht, und ein bisschen wie ein kleines Kind, dem man sagt, unter dem Weihnachtsmannkostüm steckt der Onkel Alfons. „Das haben wir nicht gehört, das Gespräch hat nicht stattgefunden, der Typ ist einfach total vergesslich, und kann sich seine Kunden nicht merken, es gibt ihn den Kaffee-Mann!“ möchte ich meinem Freund beim Rausgehen sagen. &lt;br /&gt;Ich will nicht erwachsen werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-5493407356264488204?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/5493407356264488204/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=5493407356264488204' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5493407356264488204'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5493407356264488204'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/05/morgens-halb-sieben-in-ehrenfeld-die.html' title='Morgens, halb sieben, in Ehrenfeld, die Fortsetzung'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-2496279851473370905</id><published>2010-04-09T07:35:00.002+02:00</published><updated>2010-04-09T07:37:03.925+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vögelgezwitscher'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sommer'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kaffee'/><title type='text'>Morgens, zehn vor sieben, in Ehrenfeld</title><content type='html'>Er ist wieder da!!! Ich hörte seine Stimme wieder. Während ich noch schlafgemütlich die warme Bettdecke knetete und den aufmunternden Vögeln draußen zuhörte, mischte sich eine mir altbekannte Stimme zwischen das Vogelgezwitscher. Und sie hat beinah denselben Effekt: Sie macht Sommerlaune. &lt;br /&gt;Welche Stimme? Was hat sie gesagt? Wieso Sommerlaune? Es ist die Stimme eines Mannes. Ein Mann, den ich nicht kenne. Ich weiß nicht, wie er aussieht, wie alt er ist, was das für ein Auto ist, dass er vor meinem Haus startet, aber ich kenne eine Gewohnheit von ihm. Er trinkt morgens zwischen halb und sieben einen Kaffee, den ihm mein netter Kioskmann gegenüber zubereitet.&lt;br /&gt; „Machste mir nen Kaffee fertig?!“ ist wieder da! Und mit ihm kommen alle Gefühle des letzten Sommers wieder. Ich bilde mir gleich ein, draußen wären bereits 20 Grad und die Welt stünde zu allen Sommeraktivitäten bereit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Machste mir nen Sommer fertig!“ ...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-2496279851473370905?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/2496279851473370905/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=2496279851473370905' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/2496279851473370905'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/2496279851473370905'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/04/morgens-zehn-vor-sieben-in-ehrenfeld.html' title='Morgens, zehn vor sieben, in Ehrenfeld'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-1083213823264756359</id><published>2010-04-02T07:35:00.000+02:00</published><updated>2010-04-02T07:40:49.102+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ostern'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Menschlichkeit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jesus'/><title type='text'>Ostern- mal anders</title><content type='html'>Ostern. Bisher dachte ich, das sei die Gelegenheit, zu der uns klar gemacht wird, dass wir im Grunde alle schlechte Menschen sind. Wir haben Vorurteile, wir schauen nicht mit Liebe und Verständnis, wir sind uneinsichtig, wir schließen uns der schlechten Masse an, anstatt selber zu denken, wir sind bösartig, bis hin zu brutal. So brutal, dass wir einen Menschen nicht nur töten, sondern ihn bloßstellen, ihm heftige Wunden zufügen und uns ein Schauspiel bieten, wo wir uns tagelang an unserer Foltergier ergötzen können. &lt;br /&gt;Und dann passiert etwas, und wir Arschlöcher merken plötzlich, dass wir solche sind. Dass wir jemanden für eine Lüge getötet haben, die gar keine war. Die Ankläger werden zu den Sündern. Und wir schämen uns und besinnen uns auf eine bessere Welt. Wir dürfen verstehen, dass es Menschen gibt, die tragen so viel Liebe in sich, dass sie nicht mal laut werden, wenn es um ihr Leben geht. Sie verzeihen uns sogar noch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich erkenne ich, dass die Geschichte auch mal umgekehrt verstanden werden kann. So eine biblische Geschichte, ist ja immer ein Bild, was uns helfen soll, etwas zu verstehen. Ein bisschen auch Auslegungssache. Sie holt den Menschen da ab, wo er gerade ist. Und darum sehe ich die Ostergeschichte nun noch mal anders. In einem vorhergegangenen Blogbeitrag schreibe ich über Veränderungen. Die wunderschöne Erkenntnis, dass Veränderungen eines Menschen möglich sind. &lt;br /&gt;Mal angenommen der Jesus ist tatsächlich ein Angeber. Er muss ja nicht rum erzählen, dass er Gottes Sohn ist. Er könnte schön bescheiden durch die Welt trapsen und sein gutes Werk tun. Tut er aber nicht. Tun wir Menschen aber nicht. Wir sind oft ganz schön ätzend. Wollen gesehen werden, plustern uns auf, brauchen Bestätigung, sehen mehr uns selbst, als die anderen. Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem uns das bewusst wird. Und anderen wird es auch bewusst. Sie klagen uns an, werfen uns Schlechtes vor, setzen uns einen Spiegel vor. Und in dem verkehrt herum verstandenen Ostermärchen verstehen wir das plötzlich. Wir erkennen endlich, dass wir scheiße sind. Und wir schämen uns. Wir werden ans Kreuz genagelt, und geben keine Widerworte. Wir haben Schmerzen. Wir leiden an uns selbst. Tagelang, vielleicht noch länger, hängen wir am Kreuz, nackt, blutend, hilflos. Irgendwann kommt kein Blut mehr, wir haben alles ausgeschwemmt. Wir werden heruntergenommen von dem anklagenden Kreuz, und irgendwo hingelegt, wo wir in Frieden sind. Die Scham ist weg. Wir haben begriffen. Wir hingen drei Tage an unserem eigenen Kreuz, haben verstanden und gebüßt. Der Mensch, der wir waren ist gestorben. Ein neuer macht sich langsam präsent. Sein Blut fliesst bereits in unserem geschundenen Körper. Immer spürbarer wird er , immer mehr kommt er zum Leben. Und irgendwann ist die Kraft wieder da. Soviel Kraft, dass wir sogar den Stein hinfort rollen können. Der Stein, die vielleicht letzte Hürde, um uns zu beweisen. Sind wir tatsächlich stark geworden? Können wir einen Stein ins Rollen bringen. Uns selbst als neuen Menschen? Ja, wir können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und plötzlich, wie ich mir meinen Text noch mal durchlese, merke ich: Man muss die Ostergeschichte gar nicht anders herum verstehen. So wie sie ist, sagt sie genau das aus: Veränderungen im Menschen sind möglich. Wir, als Ankläger, als Ans-Kreuz-Nagler, verhalten uns scheiße. Wir erkennen das und schämen uns maßlos, denn es geht hier an die Substanz. Es geht um Liebe. Um Menschlichkeit. Um Intelligenz. Wir werden wach und merken, wir haben von all dem keinen Funken ins uns. Aber uns wird verziehen. Wir bekommen die Möglichkeit neu anzufangen.  Und jetzt erst können wir durchstarten, denn die Energie der Scham, des Erschreckens über uns selbst ist so gross, dass sie uns trägt durch die Herausforderungen des neuen Lebens. Einem Leben, in dem es mehr Liebe, mehr Menschlichkeit, mehr Intelligenz geben soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weihnachten ist das Fest, wo die Liebe geboren wird. Ostern die Gelegenheit zu zeigen, ob wir es begriffen haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-1083213823264756359?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/1083213823264756359/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=1083213823264756359' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1083213823264756359'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1083213823264756359'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/04/ostern-mal-anders.html' title='Ostern- mal anders'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-2675091820301077638</id><published>2010-03-24T07:43:00.000+01:00</published><updated>2010-03-24T07:45:52.257+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kopfsprung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Arschbombe'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schwimmbad'/><title type='text'>Arschbomben-Gedanken</title><content type='html'>„Kannst du nicht mal was über die „Arschbombe“ schreiben?“ fragte mich mein Freund. Klar, warum nicht, wenn mir was zu Hundekot einfällt, dann ist Arschbombe geradezu ein Geschenk für mich. Denn Arschbombe ist mehr als nur Arschbombe. &lt;br /&gt;Die Arschbombe gehörte bisher nicht zu meinem Leben. Weil ich nicht ins Schwimmbad gehe, weil ich auch im Meer eher der nur-Füsse-am-Rand-Platscher bin, und in unbekannte Gewässer sowieso schon keinen Sprung ins Ungewisse mache. Ich weiß nicht, wie es ist, bei 30 Grad, 10 Meter vom Beckenrand zu stehen, mit glühendem Kopf und rasendem Herz, Anlauf zu nehmen, den Rand anzuvisieren, mit Schwung abzuspringen, fliegen, den ersten Pozipfel auf s Wasser klatschen zu spüren und gleich hinterher zu sinken, tief und gurgelnd Richtung Schwimmbeckenboden. Auftauchen, die Blicke in Empfang nehmen, die lachenden der Gutgelaunten und die anklagenden der Muffelmenschen.&lt;br /&gt;Es scheint mehr dahinter zu sein, als nur ein Hüpfer ins erfrischende Nass. Die Arschbombe wird soziologisch, denn sie spaltet die Bevölkerung in Optimisten und Pessimisten. Die Arschbombe wird psychologisch, denn sie wird, alleine in der Vorstellung, ein Gefühl für mich. Ein Lebensgefühl.&lt;br /&gt;„Ich will eine Arschbombe ins Leben machen,“ sagte ich. Kopfüber ins Leben springen, das gab es schon. Kopfüber find ich langweilig. Arschbombe ist irgendwie lustiger. Ein Kopfsprung ist so elegant und zart, vor allem ist der Köpper ein Alleingang. Der Kopf auf der Brust, man ist bei sich, schwungvoll und zielstrebig. Das ist schön, aber die Arschbombe kann noch mehr. Sie führt auch zum Ziel, aber mit den Armen in der Luft, die Freude zeigen und teilen. Wer kann schon lachen, wenn er einen Köpper macht?! Der Po rausgestreckt, wie eine kleine Provokation an das Schlechtgelaunte in der Welt. Mit meinem Hintern zerdrücke ich die Ernsthaftigkeit.  &lt;br /&gt;Es wird Frühling, es wird Sommer. Arschbombenzeit!&lt;br /&gt;Wenn nicht jetzt, wann dann!...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-2675091820301077638?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/2675091820301077638/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=2675091820301077638' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/2675091820301077638'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/2675091820301077638'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/03/arschbomben-gedanken.html' title='Arschbomben-Gedanken'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-4098651856190117139</id><published>2010-03-18T08:22:00.000+01:00</published><updated>2010-03-18T08:24:17.030+01:00</updated><title type='text'>Frühlingsmorgens in der Kölner Südstadt</title><content type='html'>Frühlings-Schlendrian&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Frühling- Wo bleibst du?“ steht bei "Paul`s Schwester" (wer jetzt denkt: Paul kenne ich nicht. Erst recht nicht seine Schwester, dem sei gesagt: Kann man kennenlernen. Severinskirchplatz. Ein Suchspiel! ☺ )&lt;br /&gt;Gestern ist er gekommen. Der erste Tag, an dem alles anders war. Man plötzlich früh morgens wach wird, und nicht mal grummelt, dass man aufstehen muss. Die Luft von draußen ist anders (so man ein Fenster aufhat), die Geräusche klingen wärmer und gedämpfter, die Winterstille ist vorbei, muntere Vogelstimmen machen einem Lust auf den Tag. Beim Kaffee hat man kaum Ruhe, überlegt schon fast das Getränk in einen Thermobecher zu füllen und draußen zu trinken, während man eine Station später in die U-Bahn steigt. Oder gar das Rad nehmen heute? Zum ersten Mal wieder?! Aber das Schönste kommt erst noch: Das Anziehen. Man macht mal wieder den Schrank auf, anstatt wieder und wieder die Klamotten vom Vortag und Vorvortag zu nehmen. Die Klamotten der letzten Wochen scheinen veraltert. Die Strumpfhose weglassen, die nackten Beine an der Hose spüren. Dem Hals mal wieder etwas Luft geben. Aber das Allerschönste: Die Winterjacke bleibt am Haken. Endlich nicht mehr sich verschnüren wie ein Päckchen, einfach lässig die „Übergangsjacke“ übergeworfen. Gestern sah man gar schon Menschen, die diese am Finger baumeln, über der Schulter trugen. Man sah gestern sowieso Dinge, die man Monate nicht sah: Menschen, die langsam gehen. Menschen, die wohl gedopt von diesem Gefühl Frühling, einander anschauen, wenn sie auf der Strasse vorübergehen, und ein unsichtbares Augenzwinkern zu tauschen scheinen, dass sagt: „Toll, nicht!? Endlich!“ &lt;br /&gt;Ich finde in der Südstadt ist der Frühling besonders schön. Sollte ich Nicht-Kölnern einen Ort empfehlen, an den sie an den ersten, diesen magischen Frühlingstagen gehen sollten, dann wäre das die Südstadt. Ich würde ihnen sagen: „Macht euch früh auf den Weg. Ohne Frühstück, ohne Kaffee. Denn den Ersten solltet ihr bereits draußen nehmen. Im Stehen, mit redseligen, bunt gemischten Menschen aus dem Veedel um euch herum. Dafür gibt es zwei Varianten. Beide Welten voneinander entfernt, aber auch wieder nicht. &lt;br /&gt;Variante 1: Formula Uno. Caffé Latte trinken bei den Italienern. Im besten Fall hin und her pendeln zwischen drinnen und draußen. Auf dem Bürgersteig sitzend die morgendliche Welt beobachten, die in dieser kleinen sympathischen Strasse so gemütlich ist, Kaffee trinken, vielleicht die Morgenzigarette rauchen, die Morgenzeitung blättern, gähnen. Hineingehen, noch einen Caffé bestellen, dabei mit einem Menschen an der Theke ins Gespräch kommen, den zweiten Kaffee von mehr Worten begleitet an der Bar trinken, langsam munter werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Variante 2: Den ersten Kaffee bei Bäckerei Merzenich nehmen. Da geht man nicht wegen dem guten Kaffee hin. Den hast du in Variante 1. Aber bei Merzenich hast du den perfekten Beobachtungsposten. Hier siehst du alle und alles. Den Frühaufsteher-Rentner, der sich hier zu seiner Frühaufsteher-Frühstückrunde trifft. Menschen, die wohl auf etwas warten (zum Beispiel auf einen Arztbesuch), und dies hier bei einer Tasse Kaffee und einem Käsebrötchen tun. Bei Merzenich bist du inmitten von allen. Handwerker, die ein Fleischwurstbrötchen verschlingen, Schulkinder, die eine Capri Sonne kaufen, Mütter, die ihren Kleinen ein Rosinenbrötchen in die Hand drücken. Und du bist am Verkehrsknotenpunkt. Direkt am Chlodwigplatz, hier muss jeder vorbei. Es ist ein schönes Gefühl die Menschen, die zur Arbeit müssen, von seinem Stehtischchen aus beobachten zu können und zu wissen: Ich muss nicht zur Arbeit. Ich kann hier stehen und euch zuschauen. Das ist das Merzenich-Gefühl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem Variante 1 oder 2 hinter einem liegt, könnte man erstmal ein paar Schritte gehen. Vom Formula Uno aus zum Beispiel in Richtung .... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es dann langsam Zeit für s Frühstück wird, fallen mir wieder mindestens zwei Varianten ein. Die gibt es vielleicht morgen. Hoffentlich auch noch ein Frühlingstag.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-4098651856190117139?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/4098651856190117139/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=4098651856190117139' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4098651856190117139'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4098651856190117139'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/03/fruhlingsmorgens-in-der-kolner-sudstadt.html' title='Frühlingsmorgens in der Kölner Südstadt'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-4234738492179824620</id><published>2010-03-17T07:55:00.000+01:00</published><updated>2010-03-17T07:57:32.121+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Veränderungen'/><title type='text'>Du bist Frühling</title><content type='html'>Ich werde wach, weil ein frühes Vogeltier vor meinem Fenster seine Geräusche macht. Ich glaube, es hat einen Wecker verschluckt. Ich bin ihm nicht böse dafür. Denn das Aufwachen ist schön. Obwohl es 6 Uhr 20 ist. Es hat sich was verändert. Neben der Vogelstimme liegen noch andere Stimmen in der Luft. Ich höre die Strasse wieder. Die Geräusche sind anders. Ein Freund sagte einmal, im Winter klingt die Stadt anders als im Sommer. Im Winter ist alles klarer und metallischer, im Sommer werden die Geräusche weicher. Ich glaube, er hat Recht. &lt;br /&gt;Ich höre wieder Stimmen. Die Stimmen der Frühaufsteher, die sich morgens vor dem Kiosk einen Guten Morgen wünschen. Bald wird es wohlmöglich wieder heißen: „Machst du mir nen Kaffee fertig?!“ morgens um halb sieben in Ehrenfeld...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zeit verändert sich. Heute ist der erste Tag, an dem es sich nach Frühling anfühlt. Ich spüre, höre, sehe die neue Zeit. Dass es gerade heute ist, passt sehr gut. Gerade heute werde ich wach mit dem Gefühl, etwas verstanden zu haben. Es ist etwas Wunderschönes. Vielleicht etwas, was alle schon wissen, was in vielen Möchte-gern-Psycho-Ratgebern steht, was viele bereits so erlebt haben, ich erlebe es jetzt: Veränderungen sind möglich. Das Tolle: Ich bin dafür selbst verantwortlich. Ich brauche auf nichts zu warten, was von außen kommt. Ich kann alles, wenn ich es nur will. Ich kann mich verändern. So wie ich dachte zu sein, muss ich nicht bleiben. Ich kann noch viel mehr rausholen aus diesem Leben. Ich muss nicht Winter bleiben. Ich kann Frühling werden. Und wenn dann erst der Sommer kommt...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-4234738492179824620?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/4234738492179824620/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=4234738492179824620' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4234738492179824620'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4234738492179824620'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/03/du-bist-fruhling.html' title='Du bist Frühling'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-1516283491447683958</id><published>2010-03-09T09:18:00.000+01:00</published><updated>2010-03-09T09:19:20.045+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hundekot'/><title type='text'>Hundekotgedanken</title><content type='html'>Der gestrige Dialog war ( Hallo Tim ☺ ):&lt;br /&gt;Ich: „Ich könnte mal viel öfter in meinem Blog schreiben. Manche machen das täglich.“&lt;br /&gt;Er: „ Ja, manche sind aber sowas von langweilig. Die schreiben auch über Hundekot.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hm, dachte ich mir, über Hundekot schreiben. Was würde da wohl bei mir rauskommen?&lt;br /&gt;Darum beginne ich diesen schönen, sonnigen Morgen mit Gedanken über Hundekot.&lt;br /&gt;Erstmal vorab: Ich mag Hunde. Halt! Ich mag Hunde, die mir über´s Knie reichen. Was kleiner ist, finde ich in aller Regel nicht Hund. Da passiert nichts bei mir. Kein „Och, ist der süß!“ oder „So einen will ich haben!“ Darum ist Kleinhundkot generell schon mal störender als Großhundkot. Grosse Hunde fressen, rennen, und sind sowieso viel netter, und dürfen mal einen Haufen auf meinen Bürgersteig setzen. Wenn Grosshundbesitzer, die ja sowieso schon viel sympathischer sind, diesen Haufen dann noch wegmachen,  ist die Welt in Ordnung. Kleinhunde sind überflüssig, und darum ist auch ihr Kot überflüssig. Kleinhundbesitzer haben es schwerer bei mir. Wer einen kleinen Hund an der Leine führt, der wird von mir automatisch verdächtigt, diesen als modisches Accessoire zu benutzen. Halt, ich denke da nicht an die liebe Omi, die ihren 25 Jahre alten Dackel spazieren schleicht. Sondern an die hippe 28ige, die diesen kleinen, weiss-braun, mit schwarzem Augenfleck-Hund besitzt, der in jede Kneipe mitgenommen wird.&lt;br /&gt;Jetzt werde ich fast zum möchte-gern-lustigen Kolummnen-Schreiber, der über die Welt lästert und dafür beklatscht werden möchte. Das liegt mir eigentlich nicht. Bei manchen Dingen fällt es allerdings schwer sich mal nicht hinreißen zu lassen. Außerdem ist es wohl nachvollziehbar, dass das Thema Hundekot nicht soviel hergibt, als dass es mich fesseln könnte, und ich Zeile um Zeile dazu schreiben will. &lt;br /&gt;Dennoch will ich mal wieder zurück zum stinkenden Ursprung. Wenigstens für einen Schlußsatz. Sozusagen eine Moral von der Geschicht. Die Hundekot-Moral: Jeder Hund, ob gross ob klein, setzt mal einen Haufen rein. Tret ich hinein, machts mich nicht froh, doch denk, der muss halt auch mal auf s Klo. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ok, ich habs versucht: einen Blog über Hundekot. Ich höre auf, bevor es noch peinlicher wird.&lt;br /&gt;Immerhin schreibe ich jetzt in meine Labels: Hundekot. Das ist doch mal was.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-1516283491447683958?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/1516283491447683958/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=1516283491447683958' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1516283491447683958'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1516283491447683958'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/03/hundekotgedanken.html' title='Hundekotgedanken'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-5483844068324707507</id><published>2010-03-03T10:33:00.001+01:00</published><updated>2010-03-03T21:23:41.647+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Frauen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Männer'/><title type='text'>Neuland</title><content type='html'>Neuland&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Veränderungen...&lt;br /&gt;Ich bewege mich auf neuen Plätzen, ich werde neu bewegt. Es ist etwas, ganz viel,  hinzugekommen. Ein neues Leben, was vorher ohne mich lebte. In einer anderen Stadt, mit anderen Menschen um sich. Anderen Frauen wurde aus diesem Leben erzählt. Nun erfahre ich davon. Nun teile ich es. Viele neue Namen sind in meinem Kopf. Wenn auch noch gesichtslos, „kenne“ ich plötzlich gleich zwanzig Menschen mehr. Freunde, Arbeitskollegen, Familie. Ich bekomme Geschichten, wie aus einem Buch vorgelesen, mache mir meine Bilder dazu. &lt;br /&gt;Und ich? „Die Welt mit vier Augen sehen“, sagte ich. Wenn ich etwas sehe, dann denke ich ans sofortige Mitteilen. Und selbst wenn ich nicht mitteile, dann schaue ich für zwei. Denke, und erlebe es für zwei. So doppelt sich auch die Freude. Und irgendwie scheinen die Augen durch diesen mir neuen Menschen, einen Focus gewonnen zu haben. Sie schauen besonders gut hin, wenn es Schönes zu sehen gibt. Auch Trauriges nehmen sie auf. Alles, was rührt, zieht sie an. Ich fotografiere den Hund, der traurig vor dem Supermarkt sitzt, schreibe sms über zwei Schwäne auf dem See, schicke ein Lied, ein Brief erzählt von einem alten Paar in Cowboystiefeln, und von Ingrid, die meinen Namen in ihr Tagebuch schreiben will.&lt;br /&gt;Ich rede und teile, rede vielleicht zu schnell. Alles, was schön war, lasse ich heraus. Aber ich beginne zu verstehen, dass nicht alles teilbar ist. Ich muss manches für mich behalten.&lt;br /&gt;Der Mann, als mein Partner, ist Neuland für mich. Ich bin naiv. Tapse einfach hindurch, und denke sein Land lässt sich ebenso durchwandern wie meines. Ich erlebe, dass der nächste, ganz unbedacht gesetzte Schritt eine Fallgrube sein kann. Ich kann auf einen knackenden Ast treten, und wecke den Löwen auf. &lt;br /&gt;Im Neuland zu sein, heißt Fremdes zu entdecken. Es gibt Landstriche, die gefallen mir nicht. Sie sind so anders als in meiner Welt. Ich möchte sie neugierig anschauen, sie erkennen und verstehen, und letztendlich respektieren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-5483844068324707507?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/5483844068324707507/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=5483844068324707507' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5483844068324707507'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5483844068324707507'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/03/neuland.html' title='Neuland'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-6371529692212783786</id><published>2010-02-28T21:43:00.000+01:00</published><updated>2010-02-28T21:48:02.912+01:00</updated><title type='text'>Zu kurz für eine Überschrift</title><content type='html'>Nur ein Gedankenge(t)witter:&lt;br /&gt;Knabberte gerade ein Kürbiskernbrötchen. Das mache ich öfter (kleiner Tip: die von Bäckerei Merzenich sind die allerallerbesten!).  Das mache ich manchmal mehrmals die Woche. Ich knusperte die knackigen Kerne, freute mich und dachte: Ich werde später mal keine Prostata-Beschwerden bekommen. &lt;br /&gt;War Situationskomik! ..&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-6371529692212783786?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/6371529692212783786/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=6371529692212783786' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6371529692212783786'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6371529692212783786'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/02/zu-kurz-fur-eine-uberschrift.html' title='Zu kurz für eine Überschrift'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-5422146171158242740</id><published>2010-02-14T14:28:00.000+01:00</published><updated>2010-02-14T14:31:58.905+01:00</updated><title type='text'>Courage!</title><content type='html'>Die Woche Paris ist rum, und ich kann nur sagen: Ich habe heute morgen den Moment herbei gesehnt, in dem ich in dem roten Zug sitze. &lt;br /&gt;Ich muss mal eine Warnung vorab senden: Das wird hier heute nicht lustig. Denn ich bin nicht lustig. Ich bin schwermütig. Die Kälte, das Grau, der Dreck, das Nicht-Hingehören nach Paris, lastet auf mir und wird sich in meinen Worten wieder finden. Darum schreibe ich. Denn ich weiss, dass ich Schwere beim Schreiben am besten loswerden kann. Schreiben ist schon ein merkwürdiges Ding. Da geht es einem gerade ziemlich schlecht, man schreibt irgendwas darüber, dass es einem gerade ziemlich schlecht geht, vielleicht noch mit übertriebenen Worten, zum Beispiel so: „Ich fühle mich alleine, als ich vor die Tür trete, aber eigentlich bin ich nicht alleine, denn da sind Tausende von kleinen, spitzen Mini-Schneeflocken, die sich alle an mich schmiegen wollen. Sie  bleiben an mir kleben, kriechen in meinen Hals, geben mir dort feuchtkalte Küsschen, kitzeln mich in den Augen.“ Und da setzt das Phänomen ein: das Negative wird positiv, nur weil man darüber schreibt. Geschriebenes Unglück kann leicht gelebte Freude werden. &lt;br /&gt;Und auch ich fühle mich schon wesentlich leichter nach diesen ersten Sätzen. Und das obwohl der Zug gerade mal das Pariser Banlieu hinter sich gelassen hat.&lt;br /&gt;Ich weiss, dass ich hinter Lüttich ganz und gar frei bin von der Pariser Schwere. Ich gehöre nicht mehr nach Paris. Ich will nicht mehr durch die Strassen des 17. Arrondissement, gehen (den allerhässlichsten Teil zwischen Avenue de Clichy und der Peripherie, in dem meine Freunde, und wenn ich zu Besuch bin, auch ich, wohnen). Witzigerweise haben meine Freunde und ich den Höhepunkt gemeinsam erreicht (hui ;) ). Denn die beiden haben just in diesem Moment des Überdrusses ein neues Appartement gefunden. Ausserhalb von Paris. Ausserhalb des Lärms, des Drecks, des Rennens. Mit Bäumen in unmittelbarer Nähe. Vielen Bäumen sogar, denn sie ziehen nach Maisons Lafitte. Da gibt es ein Schloss und einen Wald und Menschen mit viel Geld, die ihren Müll nicht auf die Strasse schmeissen müssen, und den Hundekot mit grösserer Wahrscheinlichkeit vom sauberen Trottoir pflücken.  &lt;br /&gt;Wenn einen von dort aus die Lust überkommt, nach Paris zu fahren, kann man das durchaus, mit einem festen Willen, guter Laune, und nur dreissig Minuten Fahrzeit bewerkstelligen.&lt;br /&gt;Alles wird also gut.&lt;br /&gt;So, jetzt bin ich in entsprechender Laune, um eine Geschichte aus Paris zu erzählen. Es ist ja nicht so, dass ich jetzt zum Feind dieser Stadt geworden bin. Ich kann immer noch staunend hindurch laufen, und mich an schönen Häusern, hübschen Geschäften, köstlichen Bäckereien und vor allem an interessanten Menschen, erfreuen. So zum Beispiel neulich morgens im Bus. Es sind noch keine acht Uhr, alle sind müde, machen lange, schläfrige Gesichter und sind halt so, wie Menschen morgens um halb acht in öffentlichen Verkehrsmitteln eben sind.&lt;br /&gt;Wir sind noch keine fünf Minuten gefahren, da bleibt der Bus hinter einem Lieferwagen, der auf der Busspur parkt, stehen. Er bleibt stehen. Steht. Und steht. Warum überholt der denn nicht? frage ich mich. Das machen die doch sonst immer. Oder hupt. Mir fällt ein, dass ich beim Einsteigen eine Frau Busfahrerin begrüßt habe (ja, hier grüßt man den/die BusfahrerIn, und er, oder sie, grüßt zurück). Allez, Frau Busfahrerin, hup mal, fahr vorbei, mach irgendwas! Mach IRGENDWAS! Wird immer dringender, schliesslich will ich meinen Anschlusszug bekommen. Auch die anderen Fahrgäste werden immer unruhiger. Es wird schon leicht gemurmelt. Eine Frau steht auf und geht nach vorne. Vermutlich sagt sie ihr: Fahr doch dran vorbei, oder hup mal, aber mach irgendwas. Allez! Scheinbar hat die Fahrerin ihre Gründe, das nicht zu tun. Die Frau scheint sie daraufhin zu bitten, sie aussteigen zu lassen, denn sie rupft wie wild an der Tür, die natürlich nicht aufgeht. (Es ist nicht gestattet, Fahrgäste ausserhalb markierter Bushaltestellen die Türen zu öffnen“. So ähnlich steht es vermutlich in der Dienstvorschrift) Sie wird laut. Ist zornig: „Laissez-moi sortir!!“ und nun passiert das, was ich für ein Wunder halte: Andere Fahrgäste mischen sich ein. „Laissez-lui sortir!“ rufen sie nach vorne. Wow, ich bin  beeindruckt. Die müden Gesichter können sprechen. Sie setzen sich ein für diese Frau. Und wohl auch für ihr eigenes Weiterkommen. Plötzlich redet der ganze  Bus. Die einen lauter mit der Frau, die jetzt hin und hergeht und immer wieder sagt. „Mais elle transporte des animaux ou quoi? Elle pense que`elle transporte des animaux.“ Nein, dass wir keine Tiere sind, die sie transportiert, wird klar, denn Tiere sprechen nicht. „Elle dort ou quoi?! fragt einer. „Elle lis son journal,“ empört sich die Frau, mit der alles anfing.  ENDLICH fährt der Lieferwagen weiter und die Busfahrerin nimmt die Fahrt wieder auf. Aber ruhig wird es nicht im Bus. Alle schimpfen weiter. Ich rede mit meiner Nachbarin, andere reden wilder durcheinander. Scheinbar gefällt das der Busfahrerin nicht, denn an der nächsten Haltestelle sagt sie durch den Lautsprecher: „Terminus“. Das heisst Endstation. Hui, die Busfahrerin, die ich erst für eine unsichere, dienstbeflissene Anfängerin gehalten habe, hat Temperament. Und Mut. Wer bisher noch nicht gesprochen hat, der spricht jetzt. Uns bleibt nichts anderes übrig. Wir müssen raus. Während wir auf den nächsten Bus warten, reden wir weiter. Wir sind ja jetzt sozusagen eine Herde, Leidensgenossen, Komplizen. Der Bus kommt, und darin vermischen sich nun die eingeweihten Fahrgäste mit den nicht eingeweihten. Ich muss an ein Youtube-Video denken. Das spielt in der New Yorker U-Bahn. Ein Mann kommt in den Zug, und fängt an zu lachen. Erst ganz langsam und dann immer doller. Die Fahrgäste, die zuerst etwas beschämt ins Schwarz schauten, fangen einer nach dem anderen, auch an zu lachen. Irgendwann lacht und brüllt der ganze Wagen. Dann hält der Zug an einer Haltestelle an. Die vergnügten Fahrgäste hören auf zu lachen, denn es kommen ja nun neue Fahrgäste in den Zug. Was sollten die denn denken?! Es wird ganz still, als die Neuen hineinkommen, aber dann platzt es heraus. Die eingeweihten Fahrgäste prusten los, lachen laut und nun mit einem echten Grund.&lt;br /&gt;In den neuen Bus steigt eine Menge Menschen, die alle miteinander reden. „Warum reden die miteinander obwohl die nicht aussehen, als seien sie Freunde oder eine feste Gruppe?“ müssen sich die übrigen Fahrgäste fragen. Wir vermischen uns mit den anderen, und werden langsam stiller. Man erkennt sich noch, aber die Gesichter werden langsam wieder müder. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, das sind die positiven Seiten von Paris: man erlebt Geschichten. In einer Stadt, die so voller Menschen ist, passiert andauernd etwas. Was ich mitnehme aus dieser Episode, ist die Courage, der Frau, die als erste aufgestanden ist. Ich möchte auch näher am Aufstehen sein, näher am Wort, um mich selbst und auch andere, zu verteidigen.&lt;br /&gt;Voilà.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-5422146171158242740?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/5422146171158242740/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=5422146171158242740' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5422146171158242740'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5422146171158242740'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/02/courage.html' title='Courage!'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-9135249534992968075</id><published>2010-02-07T00:09:00.000+01:00</published><updated>2010-02-07T00:10:34.090+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paris'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kühlregal'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Desserts'/><title type='text'>Noch mehr Allalei</title><content type='html'>Ich denke nach, was ich da eigentlich eben berichtet habe. War da irgendetwas Berichtenswertes drin? Irgendein Informationswert? Nein. Ich hoffe wenigstens, es fanden sich Spuren von Unterhaltungswert. Und ich fürchte, es wird so weiter gehen. Denn es findet sich gerade kein roter Faden. &lt;br /&gt;Wenn es also eh keine rotgefädelten Geschichten gibt, dann kann ich ja weitermachen mit meinen Überlegungen, an welche Orte ich gerne in  Paris gehen möchte. Ich könnte mir vorstellen morgen früh auf den Markt in der Rue Mouffetard zu gehen. Unten am Ende der bevölkerten Marktstrasse ein bisschen Gesang, Akkordeon und Tanz bewundern und dann in das schöne Café, „Le Bourgogne“ gehen und einen Brief schreiben. Oh nein, mir fällt was Besseres ein: Auf dem Mouffetard-Markt war ich schon so oft. Ich glaube mir ist vielmehr mal nach dem Markt auf dem Boulevard, der zur Bastille hinführt. In der Gegend war ich lange nicht mehr.&lt;br /&gt;Gibt es etwas, was ich essen möchte? Ausser natürlich Baguettes in jeglicher Form (aux céréales, aux figues, aux noix, bien cuit, une tradition, usw....). Ein Stück tarte. Ein crumble aux pommes, eine tarte normande. Ich sollte mich auch mal ausprobieren in dem grenzenlosen Joghurt-Angebot. Ich kann kälteperiodenlang vor dem Kühlregal stehen. So lange kann es dauern, bis man sich einen Überblick über die verschiedenen Varianten gemacht hat. Joghurt pur, achtmal verschieden, je nach gewünschtem Fettgehalt. Gerührt, fest oder als Mousse aufgeschäumt. Joghurt mit Früchten. Da vervielfacht sich das Angebot, denn es gibt ja so viele Früchte. Vervielfachen tut sich das ganze dann noch mal durch die verschiedenen Fettstufen. Auch beim Design des Bechers kann ich mir unter vielen einen Liebling auswählen. Klassisch im Plastikbecher hoch, im Plastikbecher flacher, mit mehr oder weniger drin. Im durchsichtigen Plastikbecher oder gar im Glas. Im Gross- oder Kleinfamilienpack oder, fast schon selten in Frankreich, einzeln. Dann die Joghurts, die man schon fast kaum noch Joghurt nennen möchte, wenn sie nach Apfelkuchen, Zitronentarte oder Weisser Schokolade schmecken. Die klassischen Desserttöpfchen gibt es auch, und machen mir die Wahl immer besonders schwer. Da gibt es zum Beispiel café liègeois, Mousse au chocolat, crème caramel, crème brulée. (O je, ich bekomme gerade ganz grosse Lust auf was Süßes!). Meistens kaufe ich mir nichts von alledem. Mir reicht schon die Auswahl nach dem für mich idealen Fromage blanc. Danach bin ich schon so erschöpft, dass ich zu mehr Entscheidungen nicht mehr in der Lage bin. Fromage blanc ist übrigens so etwas wie Quark. Aber rutscht viel besser runter als unser trockener Magerquark. &lt;br /&gt;Paris ist überhaupt für mich eine Qual der Entscheidungen. Welcher Joghurt? Welches Baguette? Welches Café? Welche Richtung? Rechts oder links? Metro oder Bus?&lt;br /&gt;Schon oft machte mich das gar nicht froh, sondern überforderte mich total. Ich sollte in solchen Momenten einfach MACHEN. Zu einem Joghurt greifen, auch wenn ein anderer vielleicht noch besser schmecken könnte, in das Café gehen, vor dem ich seit zehn Minuten stehe und zögere, auch wenn der Café da überteuert ist, und ich nicht weiß, ob die Atmosphäre mir tatsächlich zusagt. Ich will jetzt mal zackiger werden. Das nehme ich mir fast jedes Mal vor, wenn Paris vor mir liegt. Immer wieder scheitere ich. &lt;br /&gt;Aber diesmal bin ich nicht alleine unterwegs.... Das sollte mich stärken.&lt;br /&gt;Es ist jetzt viertel vor sechs, kurz vor Brüssel und ich kann schon ziemlich viel von meinem Gesicht im Fenster sehen. Die letzte Zugstunde wird es also nichts mehr mit Rausgucken. Macht nichts. Zwischen Brüssel und Paris gibt es eh nichts zu sehen. Das ist der ideale Moment um ein wenig die Augen zu schließen. Die sind auch gerade müde. Müssen ja für zwei gucken...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-9135249534992968075?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/9135249534992968075/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=9135249534992968075' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/9135249534992968075'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/9135249534992968075'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/02/noch-mehr-allalei.html' title='Noch mehr Allalei'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-5444108599998249139</id><published>2010-02-07T00:01:00.000+01:00</published><updated>2010-02-07T00:03:53.874+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paris'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Thalys'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Messe'/><title type='text'>Allalei von unterwegs</title><content type='html'>Wieder auf Reisen. Wieder im Thalys. Ich schreibe hier „wieder“, weil ich schon einmal aus diesem roten Zug in meinen gelben Blog geschrieben habe. Das war vor gut vier Monaten. Im September. Da fällt mir ein, dass da am Ende der Zugfahrt das Licht draußen fehlte und ich nicht mehr hinaus schauen konnte. Ich beschwerte mich, immer nur mich im Spiegel der Scheibe zu sehen, anstatt schöne Landschaften. Heute wird das auch wieder so sein. Vermutlich schon früher, denn es ist Februar. Die Tage sind noch kurz. Gegen halb sechs werden die Landschaften verschwinden, und mein Gesicht immer deutlicher werden. &lt;br /&gt;Toll! finde ich gerade, dass ich beides gleichzeitig kann. Ich dachte mir, ich sollte eigentlich die Zeit nutzen, die mir bleibt, um hinaus zu schauen, anstatt in den Laptop. Ich schaute also hinaus, tippte aber weiter. Das funktioniert. So als hätte ich, die aus dem Fenster schaut, nichts mit der, die tippt, zu tun.  &lt;br /&gt;Letztes Mal auf dieser Fahrt nach Paris, hatte ich das Bedürfnis von meinen Mitreisenden zu erzählen. Das waren vier französisch sprechende Rentner, die durch ihre gebildeten Gespräche auffielen. Die sitzen heute nicht im Zug. Muss mir also andere Beobachtungsobjekte suchen. Es fällt aber niemand auf. Lauter asiatisch ausschauende Zugmitbewohner gibt es heute um mich herum. Aber die sind still und bieten keinen Grund etwas über sie zu erzählen.&lt;br /&gt;Dann schreibe ich lieber über meine Gefühle. Die sind selten still.&lt;br /&gt;Übrigens fährt der Thalys in diesem Jahr schneller. Er braucht nur noch gut drei Stunden bis wir in der anderen Welt, Paris, sind. Habe also eine halbe Stunde weniger, um mit meinen Worten mein Hirn zu erforschen. Ich stelle es mir gerade vor, wie einen Staubsauger, der in meinem Hirn rumwuselt und in alle Ecken hineinguckt, und überall etwas findet, von dem ich gar nicht wusste, dass es existiert.&lt;br /&gt;Gefühle also. Wie fühlt es sich an nach Paris zu fahren? Unaufgeregt. Es ist eine Stadt, die mir vertraut ist. Ich freue mich dennoch auf sie, denn ich mag sie. Ich freue mich auf Orte. Nach welchen Orten ist mir diesmal? Gerade ist mir danach noch mal den Montmartre zu erklettern. Auf den Stufen vor der Kirche sitzen und auf die Stadt ohne Grenzen gucken. Mir ist auch nach der Ile St-Louis- ein bisschen Seine-Wandern. Notre-Dame meiden. Vielleicht mal wieder ins 13/14 Arrondissement, die Rue d Alesia entlang. Ich sollte mir die Rue de Rivoli verbieten. Dahin gehe ich immer. Allerdings möchte ich eine Ausstellung im Hotel de Ville anschauen. Die liegt gleich an der Rue de Rivoli. Wird also nichts aus dem Verbot. Es ist eine Photoausstellung. Hotel de Ville-Rathaus- verpflichtet: eine Paris-auf-die-Schulter-klopfende Photoausstellung. &lt;br /&gt;Ich merke gerade, dass die Ankündigung, über meine Gefühle zu schreiben, nicht wirklich eingehalten wurde. Es war zu verlockend mir zu überlegen, wohin ich gehen, was ich machen wollte. &lt;br /&gt;Konzentration auf die Gefühle: Ich fahre dieses Mal nicht alleine nach Paris. Ich nehme jemanden mit. Er weiss es nicht so  richtig, denn er ist nur gefühlt bei mir. Real läuft er gerade durch den Wald und misst sich mit anderen Läufern. Aber wenn ich in die Landschaft schaue, schaue ich für zwei. Und wenn ich etwas erlebe, erlebe ich für zwei. Ich freue mich darauf, dieses Mal mit dem Bewusstsein durch die Stadt zu laufen, dass ich nicht alleine bin. Es gibt da jemanden, dem ich alles erzählen kann. Ich werde mich vielleicht in ein Café setzen und einen Brief schreiben. Und eigentlich schreibe ich die ganze Zeit Briefe. Die kann man nicht anfassen, die braucht kein Briefträger herumzutragen, die gibt es nur in meinem Kopf.&lt;br /&gt;Übrigens wird das wohl nichts mit den „nur gut drei Stunden“ bis Paris. Der Zug steht schon seit zwanzig Minuten unmotiviert auf der Strecke, und die Lautsprecherstimme benutzt in vier Sprachen das Wort Signalstörung.&lt;br /&gt;Übrigens habe ich nun doch etwas Interessantes über die Asiaten entdeckt: Die zeichnen. Sie zeichnen Jacken und Hosen und haben Stoffschnipsel vor sich liegen. Aha, die haben den gleichen Grund nach Paris zu fahren wie ich: Die wollen auf die Messe. Messe für Stoffe und Besatzartikel. Die gehen einkaufen. Ich helfe ihnen dabei. Wenn sie zu mir an den Stand kommen, zeige ihnen Bänder, mit denen sie ihre Jacken und Hosen schmücken können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sollte ich mal aufhören? Wird der Text zu lang? Ich selber habe ja auch schon gar keine Lust einen Text anzufangen, wenn ich sehe, er geht noch ewig weiter.&lt;br /&gt;Aber ich bin noch ganz gut im Fluss. Aber ich baue eine kleine Stromschnelle rein. Die rüttelt auf und hält wach.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-5444108599998249139?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/5444108599998249139/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=5444108599998249139' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5444108599998249139'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5444108599998249139'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/02/allalei-von-unterwegs.html' title='Allalei von unterwegs'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-8150987677590783922</id><published>2010-01-25T19:21:00.000+01:00</published><updated>2010-01-25T19:22:29.821+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gummibärchen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Bahnfahren'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zug'/><title type='text'>"Die Deutsche Bahn"</title><content type='html'>Immer beschweren sich alle über die Bahn. Über „Die Deutsche Bahn“. Beim Beschweren nennen sie gerne den vollen Namen. Ich  beschwere mich nicht. Ich bedaure hin und wieder, dass ich zehn Minuten länger in der Kälte stehen muss, freue mich auch nicht, dass ich gleich meinen netten ICE verlassen muss, weil ich ausserplanmässig umsteigen muss, finde auch, dass Zug fahren in Deutschland sehr teuer ist, aber beschweren tue ich mich nicht. Bei wem auch? Wer ist denn Schuld? Wenn ein Zug Verspätung hat, dann kann doch nicht ein Mensch was dafür. Wenn er dann mehrmals Verspätung hat, hat scheinbar gleich ein ganzes Ding Schuld: Die Deutsche Bahn. Wer ist denn die Deutsche Bahn? Mit Sicherheit ist es nicht der Schaffner. Der sitzt doch im selben Boot wie wir. Schlimmer noch. Der hat nicht nur Verspätung wie wir, und somit einen längeren Arbeitstag, der muss dafür auch noch beschimpft werden. Und er muss am Verspätungstag zehnmal soviel erklären wie sonst. Ich könnte die Kette jetzt mal durchgehen, die Hierarchie-Leiter weiter hochklettern, um irgendwann beim Schuldigen anzukommen. Ich glaube, ich würde immer noch keinen finden.&lt;br /&gt;In einem Unternehmen läuft doch auch nicht immer alles rund. Pannen gehören dazu. Das Schicksal haut uns doch immer mal wieder. Da geht was kaputt, da fehlt was, da hört man was nicht, da fehlt mir die Kraft, da verliere ich den Schlüssel, da habe ich mich verguckt, alles Dinge die passieren. Mal mehr mal weniger schuldig. Und selbst wenn Schuld, dann gibt es viel Schuld, die keine böse Schuld ist. Eine schicksalhafte Schuld. &lt;br /&gt;Ich wollte aber eigentlich nur erzählen, wie gut es mir gerade geht. Hier in diesem Wagen der „Deutschen Bahn“. Draußen scheint die Sonne, mir freundlich ins Gesicht, draußen sind es böse Minusgrade, drinnen ist es freundlich warm. Eigentlich sollte ich im Wagen 31 sitzen. Aber der hat heute kältefrei. Wenn „mein“ Wagen, inklusive Sitzplatz fehlt, dann darf ich vielleicht in die erste Klasse? Ich darf.  Ich ziehe meine Schuhe aus, schaue aus dem Fenster, genieße mein Butterbrot, alles ist ruhig und gut gelaunt und ich fühle mich wie in der Deutsche-Bahn-Werbung. Vielleicht sehe ich genauso schön aus, wie die Mutter, die mit ihrem attraktiven Mann und ihrem wohlerzogenen Kind am Deutsche-Bahn-Tisch sitzt und Memory spielt?&lt;br /&gt;Neben mir wird telefoniert. Find ich gut. Was ich da so alles erfahre!&lt;br /&gt;Oh, jetzt hat sie aufgehört. Da höre ich lieber mal auf mit diesem Blog. Sonst guckt sie nachher noch ab, liest meine Worte und fängt noch an, die Deutsche Bahn auch zu mögen. Dann wäre ich nicht mehr die absolute Minderheit.&lt;br /&gt;Jetzt bietet sie mir ein Gummibärchen an. Ich muss Schluss machen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-8150987677590783922?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/8150987677590783922/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=8150987677590783922' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8150987677590783922'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8150987677590783922'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2010/01/die-deutsche-bahn.html' title='&quot;Die Deutsche Bahn&quot;'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-893072934803769447</id><published>2009-12-31T08:38:00.000+01:00</published><updated>2009-12-31T08:40:41.606+01:00</updated><title type='text'>Aus alt wird neu</title><content type='html'>Nun ist unser gutes 2009 plötzlich das alte Jahr geworden. Nicht mal ein Jahr alt geworden, und schon ist es alt. Und das Neue wartet gleich darauf das „Alte“ zu ersetzen.&lt;br /&gt;Was heißt das denn für uns? Heute heißt das eine lange Party, Sekt trinken und bunte Lichter im Himmel angucken. Es heißt um Mitternacht Menschen zu umarmen und ein Gefühl zu teilen, dass etwas von Neulust und Aufbruch hat. Da sind neue Hoffnungen. Die Schulstunde ist zu Ende, der Gong tönt. Etwas ist geschafft, Ortswechsel, Zeitwechsel. Wir schreiben eine neue Zahl. 2010 schreibt sich gut, hab schon ein paar Schönschriftversuche gemacht.&lt;br /&gt;Und dann, nach der langen Nacht, kommt ein später Morgen. Er ist immer grau, und fühlt sich immer gleich an: Neujahr. Der 1. Januar. Das kann kein guter Tag sein. Alles, was am Vortag noch wie ein Geschenk von etwas Neuem war, wo sich Vorsätze gut anfühlten und Hoffnungen real schienen, kommt nun die graue Realität. Nun gilts! Und wo soll man an einem grauen, verkaterten Feiertag, von dem, aus man in einen grauen, kalten Januar, plus Februar,  blickt, bloß die Kraft und den Mut hernehmen die Vorsätze und die Neulust zu bewahren??! Die Uhr wird neu aufgezogen. Wieder beginnt sie von vorne ihr TickTack, und am ersten Januar gibt es so Momente, wo man gerne mal ein paar TickTack-freie Momente hätte. &lt;br /&gt;So geht es zumindest mir. &lt;br /&gt;Ein schönes Ritual, das ich mir angewöhnt habe, ist, am ersten Januar meinen Jahresrückblick zu schreiben. Kann ich nur empfehlen. Ich gehe die einzelnen Phasen des letzten Jahres durch. Hinterher wird ein dickes Paket daraus. Das alte Jahr, nun festverschnürt, habe ich es noch mal gepackt, und nun bleibt es da und ich bin bereit für das Neue. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den zwei oder drei Lesern meines Blogs wünsche ich einen guten Übergang! Eure Neulust soll sich nicht durch den Kater und das Loch des ersten Januars trüben lassen. Und dann auf in eine neue Maßeinheit, an deren Ende wir wieder mit einem Glas Sekt stehen und mal schauen, was wir draus gemacht haben. Macht was Schönes draus!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-893072934803769447?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/893072934803769447/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=893072934803769447' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/893072934803769447'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/893072934803769447'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/12/aus-alt-wird-neu.html' title='Aus alt wird neu'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-6391376118626351666</id><published>2009-12-27T09:59:00.000+01:00</published><updated>2009-12-27T10:01:28.392+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heilig Abend'/><title type='text'>Das war Weihnachten</title><content type='html'>Das war`s. Weihnachten liegt hinter uns. Und ich liege im Bett und bin schwermütig. Ich sollte etwas schreiben, das hilft meistens. Nach so vielen Tagen, an denen man nichts tat, was den Geist so erfreute, wie Schreiben das vermag, fühle ich mich ein wenig hohl. &lt;br /&gt;Ich könnte an den heiligen Abend zurückwandern, der ist ja auch noch nicht verarbeitet. Der Tag fing schön, sehr schön an, mit einem Text, der mir zu schreiben guttat, und einem Gefühl, was zwar weihnachtlich passend mit Liebe zu tun hatte, aber auch an jedem anderen Tag hätte geschrieben werden können. &lt;br /&gt;Ich ging auf die Strasse, radelte durch die halbe Stadt, und es entstand nicht das mir so bekannte Gefühl von „Heute ist was Besonderes- Du weißt es doch auch?!“ Ich spürte nicht in jeder Zelle „Heilig Abend“ und die anderen Menschen sahen auch nicht nach „Heilig Abend“ aus. Nicht jeder Schritt, den man tat, war ein Heilig Abend-Schritt, nicht jedes Brot, dass man kaufte ein Heilig-Abend-Brot. Und es war gut so. Ich vermisste die „Heute ist was besonderes und alle spüren es!“ - Stimmung nicht.&lt;br /&gt;Sie stellte sich auch nach fünf Stunden festliche Weine verkaufen und „Frohe Weihnachten“ wünschen nicht ein.&lt;br /&gt;Am Nachmittag, auf dem Heimweg, waren alle Schritte getan, alle Brote gekauft, es waren kaum noch Menschen unterwegs. Nach Tagen der Rennerei, der vollen Strassen, vollen Geschäfte, vollen Tüten, war es plötzlich still geworden. Irgendwo läuteten Kirchenglocken.&lt;br /&gt;Ein Jogger lief mir entgegen. Eine Gruppe türkischer Jugendlicher isst Döner. Heilig Abend?&lt;br /&gt;Ich ging zu einem kleinen Bahnhof und wartete auf meinen Zug. In jedem Vierersitz sassen Menschen. Mir schräg gegenüber saß ein Paar. Asiaten, vielleicht Japaner, vielleicht 30 Jahre alt. Er hatte eine Mc Donald s Tüte auf dem Schoß, und verschlang irgendwas von deren Inhalt. Sie schaute ihn dabei mit einem immer wieder angewiderten Blick an. Ich weiß nicht, ob das mit dem Inhalt der Mc Donalds-Tüte oder dem Gespräch zusammenhing. Wo fahren die beiden hin? Am Heilig Abend.&lt;br /&gt;Ich fuhr geradewegs in die Kirche. Dort traf ich meine Mutter und Bruder. Und viele Menschen, die kirchenfreundlich still waren, in dicken Winterjacken, mit frisch geföhnten Haaren. Warten, bis der Gottesdienst anfängt. Alles schläft, einer wacht. Alles still, einer spricht. Das war ich. Hatte meine Mutter doch paar Tage nicht gesprochen.&lt;br /&gt;Dann spricht der Pastor. Den mag ich. Ein ganz alter Mann, mit ganz weißen Haaren und ganz blauen Augen. Ein sehr liebevoller, sanfter Mensch. Er freut sich am Fest, und an uns, seinen Gästen sagt nicht: „Heute an Weihnachten sind dann doch mal wieder die Kirche voll.“ Er sagt: „Alle sind so brav, vor allem die Kleinen. Hier in der ersten Reihe sitzt so einer. Ich suchte immer seinen Blick, wollte ihm zuwinken. Aber er ist so brav und still, er sieht mich gar nicht.“ &lt;br /&gt;Er erinnert uns an die, die gerade nicht hier sein können. Weil sie krank sind. Oder auch weil sie die Kirche vergessen haben.&lt;br /&gt;Ich bekomme feuchte Augen. Weihnachten. Macht einen so sentimental. &lt;br /&gt;Stille Nacht begleitet den Weißhaarigen mit seinem Gefolge hinaus. Gottesdienst vorbei. Ich drehe mich zu meiner Mutter. „Frohe Weihnachten“, sagt sie und gibt mir die Hand. Ich muss sie feste umarmen. „Frohe Weihnachten und viel Kraft!“ wünsche ich ihr, denn die kann sie gerade gut gebrauchen. Wenn man Tränen in den Augen hat, muss man so was sagen. &lt;br /&gt;Beim Hinausgehen kommen wir an meinen lieben Pastor vorbei. Er sitzt dort auf seinem Rollator und schüttelt jedem die Hand. Ich habe Glück, bekomme seine beiden Hände. „Uh, so kalte Hände. Warum das denn?“ fragt er mich und wir lächeln uns mit den Augen an.&lt;br /&gt;Draußen umarme ich meinen Bruder. Fester als sonst.&lt;br /&gt;Ich hole mein Handy aus der Tasche. Es kündigt mir eine Nachricht an. „Weihnachten ist Liebe“ steht darin. Geschrieben von dem, an den ich zwischen Stiller Nacht und Halleluja, zwischen Föhnfrisuren und dem Friedenszeichen, zwischen Tränen und einem offenen Herzen, am meisten gedacht habe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-6391376118626351666?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/6391376118626351666/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=6391376118626351666' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6391376118626351666'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6391376118626351666'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/12/das-war-weihnachten.html' title='Das war Weihnachten'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-8846033611721686738</id><published>2009-12-11T08:13:00.000+01:00</published><updated>2009-12-11T08:20:07.997+01:00</updated><title type='text'>Nachts</title><content type='html'>Nur kurz heute. man muss sich ja auch mal kurz fassen. Kleine Gedanken einstreuen, das sollte ich mir eh mal angewöhnen hier.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich konnte heute nacht nicht schlafen. Also trieb ich mich im Internet rum. Ich war auf einer Community-Seite und plötzlich fiel mir auf, dass ich dort nicht alleine war. Es war vier Uhr Nachts und 6735 Leute sind online. Nur auf einer Seite. Kann das sein? Hat sich da jemand verzählt? Vielleicht bin ich naiv zu denken, dass die Menschen gegen zwölf ins Bett gehen, dort mit dem Kopf auf dem Kissen bleiben bis vielleicht sieben Uhr morgens, und das einzige, was sie in der Zwischenzeit erlebt haben, ihre Träume sind. Ich frage mich, was das für Menschen sind, die die Nacht wie den Tag verleben. Schlaflose? Arbeitslose? Leidenschaftliche?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, das nimmt mich deshalb so mit weil ich das Gefühl habe, die Welt hat ein Geheimnis vor mir.&lt;br /&gt;Kann irgendjemand das verstehen?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-8846033611721686738?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/8846033611721686738/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=8846033611721686738' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8846033611721686738'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8846033611721686738'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/12/nachts.html' title='Nachts'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-3392520656364553392</id><published>2009-11-15T18:28:00.000+01:00</published><updated>2009-11-15T19:25:01.438+01:00</updated><title type='text'>Dankbar</title><content type='html'>Ich habe lange nichts mehr geschrieben. Und habe sogar schon Beschwerden darüber erhalten. Naja eine Beschwerde. Aber ich selber beschwere mich auch. Bei mir. Schreiben ist auch immer eine Herausforderung. Es soll ja was herauskommen, was mir gefällt. Und die Gefahr, dass mir das nicht gelingt, ist immer da. &lt;br /&gt;Sei s drum (dieser Ausdruck gefällt mir hier und jetzt), jetzt schreibe ich. &lt;br /&gt;Wieder einmal habe ich kein Thema parat. Wieder einmal ist eigentlich nicht richtig. Denn wenn ich hier was für den Blog schreibe, dann doch meistens aus einem Motiv heraus. Der Fotograph hat das Motiv bereits vor Augen, jetzt gilt es, dieses zu fixieren. &lt;br /&gt;Als ich mich eben auf dem Weg in dieses Café befand, dachte ich darüber nach, welches mein Motiv sein könnte. Mir ist eingefallen, dass ich mich gerade sehr dankbar fühle. Die Dinge, für die ich dankbar bin, könnte ich doch eigentlich gut mal „in die Welt“ schreiben.&lt;br /&gt;Gestern war mir etwas mulmig. Ich hatte den ersten Tag in einem vielleicht neuen, kleinen Job. In einem neuen, kleinen Café wollte ich gerne mitarbeiten. Am ersten Tag fühlt man sich erstmal wenig wohl. „Die Neue“ ist eine schlechte Rolle. Aber es ging alles sehr gut. Ich legte den Unsicherheitsmantel schnell ab, und machte einfach. Ich versuchte das Zögern aus den Bewegungen zu nehmen. „Das ist dein erster Tag heute? Du bist wie gemacht für diesen Ort!“ sagten mir Gäste. Wer zögert da noch lange. Ich zögerte, meine neue Chefin zu umarmen. Und dann tat sie es. Dafür bin ich dankbar.&lt;br /&gt;Heute war ich inmitten meiner Familie. Das ist kein grosses Ding. Da sind meine Eltern und meine Grosseltern. Mein Bruder gehört auch noch zu dem Paket, aber der war heute nicht dabei. Opa hat Geburtstag. Wir sind bei der Oma im Altenheim und trinken Kaffe und essen Kuchen. Opa ist für seine Jahre noch ganz schlagfertig. „Wie alt bist du nun eigentlich geworden?“ „39“, sagt der 93-Jährige.&lt;br /&gt;Irgendwie ist alles gut. Wenn auch die Oma so still ist. Der Opa auch wieder grosse, zum x-ten Mal wiederholte Reden schwingt. Der Papa uns mit seinen Fragen traurig oder genervt stimmt, weil er uns wieder bewusst macht, dass er alt geworden ist. Die Mama angespannt den Tisch deckt und die Augen über des Mannes unmündiges Verhalten rollt. So ist doch alles gut. Ich habe sie alle lieb, und sie haben mich alle lieb (bei dem Opa bin ich mir nicht so sicher, aber ich habe Zeit genug gehabt mich damit abzufinden). Sie haben mich sogar so lieb, dass sie nicht wollen, dass ich nachher am kalten, dunklen Bahnsteig auf einen Zug warten muss, und nehmen einen grossen Umweg in Kauf und fahren mich nach Hause.&lt;br /&gt;Ich bin dankbar für meine Familie.&lt;br /&gt;Heute morgen war ich beim Yoga. Der Körper macht brav mit. Er dehnt sich soweit, wie ich es von ihm verlange. Wenn er ziept, dann soll er seine Ruhe haben. Wir sind gute Kumpels. Dafür bin ich dankbar.&lt;br /&gt;Nachher schmolz ich in die Sauna-Holzbänke und dann in die weichen Polster des Liegestuhls. Wir können uns so wohl fühlen, Ich spüre die Wärme und Weichheit immer noch. Dafür bin ich dankbar.&lt;br /&gt;Gerade ist es so mild draussen. Je weniger kalte Tage der Winter hat, umso besser. Dafür bin ich dankbar.&lt;br /&gt;Ich trinke gerade ein kleines Glas Weißwein. So ein kleines Glas Wein fühlt sich in Körper und Geist sehr angenehm an. Ein ähnliches Verschmelzen wie in der warmen Sauna entsteht. Meine Beine verschmelzen in meinen Knien, meine Augen in ihren Kuhlen, mein Atem in meinem warmen Körper. Der Geist verschmilzt mit seiner Umgebung. Die Musik und die Stimmen um mich herum, in diesem sonntagvorabendlichruhigem Café verwabern sich, mein Blick fixiert sich, da wo er sich sonst nicht zu ruhen erlaubt, manche Fragen stellt man sich einfach nicht mehr. Dafür bin ich dankbar.&lt;br /&gt;Ich bin dankbar, dass ich auf diesem feinen Computer tippen darf, der mir von einem sehr feinen Menschen geschenkt wurde. &lt;br /&gt;Ich bin dankbar, dass ich diese Hose tragen kann, weil ich sie auf einem Flohmarkt für wenige Euro fand. Ebenso die Schuhe. Und die Bluse. Ich bin dankbar für meinen Spürsinn. Oder für den Typ da oben, der die Fäden zieht, und mich so oft im richtigen Moment an die richtige Stelle lenkt. Ich bin dankbar, dass ich diese Intuition fühlen kann.&lt;br /&gt;Ich bin dankbar, dass der Yoga-Lehrer uns heute morgen so eine lange End-Entspannung gegönnt hat, und mit langem Atem den ganzen Körper mit uns durchgegangen ist.&lt;br /&gt;Ich bin dankbar, dass ich ihm dafür gedankt habe. Und dass er sich bei mir dafür bedankt hat. &lt;br /&gt;Ich bin dankbar dafür, dass ich am heutigen Sonntagabend nicht mit Grummeln an die bevorstehende Woche denken muss.&lt;br /&gt;Ich bin dankbar, dass ich in einer Stunde die Treppe in meinem Haus hinuntersteige, und mit meinen befreundeten Nachbarn/benachbarten Freunden, gemeinsam „Tatort“ schauen werde. Wir könnten auch „Musikantenstadl“ anschauen, mir egal, ich freue mich einfach mit diesen Menschen so etwas wie Familie zu fühlen.&lt;br /&gt;Wird es langsam kitschig? Zuviel des Dankens? Es gibt da ein Kirchenlied. Es kann eigentlich nur evangelisch sein. Es geht so: „Danke für diesen guten Morgen, Danke für jeden neuen Tag, Danke (für dies und jenes, habe ich vergessen)... Danke, dass ich danken kann.“ Kennt das jemand? Musste ich gerade dran denken.&lt;br /&gt;Na gut, ich höre auf. Wird jetzt eh Zeit. Gleich kommt Tatort.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-3392520656364553392?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/3392520656364553392/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=3392520656364553392' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3392520656364553392'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3392520656364553392'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/11/dankbar.html' title='Dankbar'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-5119010825940203351</id><published>2009-10-06T07:26:00.000+02:00</published><updated>2009-10-06T07:27:16.426+02:00</updated><title type='text'>WinterZeit</title><content type='html'>Ich bin enttäuscht. Zufällig werde ich heute um kurz vor sieben wach. Blöd, denke ich, ich hätte doch schön noch ne Stunde schlafen können. Gut, denke ich, dann höre ich gleich wenigstens noch mal die „Machste mir nen Kaffee fertig“-Stimme. Es wird halb sieben, ich lausche. Nichts passiert. Ich denke mir, das muss an der Jahreszeit liegen. Es ist jetzt plötzlich dunkel morgens um halb sieben, und kalt ist es auch. Vermutlich steht der Kioskbesitzer nicht mehr wartend auf „Machste mir nen Kaffee fertig“ vor seinem Laden. Er hat vermutlich nicht mal mehr seine Tür offenstehen. Das heißt „Machste mir nen Kaffee fertig“ muss jetzt eintreten und dort seine Worte sagen. Die höre ich dann nicht mehr. Schade. Der Winter ändert wirklich alles.&lt;br /&gt;Es geht auf sieben Uhr an, plötzlich höre ich „Nen Kaffee!“ Das ist die Stimme. Gleich darauf höre ich die Autotür, und dann höre ich etwas, was ich nicht hören mag. Er hustet und räuspert sich, zieht hoch und spuckt aus. Igittigittiggitttt! Das mag ich gar nicht. Alles wird anders im bösen Winter: Auf halb sieben ist kein Verlass mehr, es ist selbst um sieben noch dunkel, die Stimme sagt nicht mehr den üblichen Satz, ist wohl auch wintermäßig gelaunt und hat nur noch Energie für „nen Kaffee!“ und dann rotzt er auch noch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird Zeit, dass ich die Meine mal sinnvoller nutze.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-5119010825940203351?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/5119010825940203351/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=5119010825940203351' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5119010825940203351'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5119010825940203351'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/10/winterzeit.html' title='WinterZeit'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-811182858776147582</id><published>2009-09-30T12:46:00.000+02:00</published><updated>2009-09-30T12:50:35.136+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Charlotte Roche'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Weisheitszahn'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zahnarzt'/><title type='text'>Adieu Weisheit!</title><content type='html'>Gestern ist was passiert! Gestern hat schon Tage vorher Schatten geworfen, die nur durch konzentriertes Nicht-dran-Denken weggepustet werden konnten. Ich musste zum Zahnarzt. Gestern. 14 Uhr. Zuvor stand ich noch auf dem Markt. Ganz banal, zusammen mit so vielen anderen. Ich bekomme heute einen Zahn gezogen. Ich machte Gymnastik zusammen mit anderen. Wie jeden Dienstag. Am Morgen vor einem normalen Dienstag. Ist kein normaler Dienstag. Heute ist Zahnarzt-Dienstag. Weisheitszahnziehdienstag.&lt;br /&gt;14 Uhr. Ich stehe am Pult, vor der Zahnarzthelferin. „Hallo, ich habe jetzt einen Termin.“ Sie blättert hin und her, schaut und schaut, sagt: „Sie stehen hier heute nicht drin. Sie sind für nächsten Dienstag eingetragen.“ Nein, nein, nein, das geht nicht. Ich habe mich mental darauf vorbereitet, dass es heute sein wird. Ich habe nicht nur mich, sondern sämtliche liebe, sorgenvolle Freunde und Mutter, darauf vorbereitet. Ich war auf dem Markt und dachte an Zahnarzt. Ich war beim Sport und dachte an Zahnarzt. Ich kann jetzt nicht heimgehen, mit diesem Zahn im Mund. Vor allem, nicht mit dem Gefühl, es hinter mich gebracht zu haben. „Dann muss das ein Missverständnis sein. Ich bin ganz sicher, dass ihre Kollegin mir diesen Termin gemacht hat.“ „Gut, dann nehmen Sie im Wartezimmer Platz. Es kann aber eine Weile dauern.“ Oje, noch länger warten. Alle, die wissen, dass ich um 14 Uhr auf dem Stühlchen sitzen werde, müssten nun eigentlich informiert werden, dass sie nicht umsonst an mich denken sollen. Kaum zu Ende gedacht, sagt jemand: „Frau Schmitz bitte.“ Schmitz bin ich. Kann aber nicht ich gemeint sein. Ich muss doch noch warten. Schmitz heißt ja auch hier in dieser Stadt jeder Zehnte. Es steht aber niemand auf. Na gut, wenn sonst kein Schmitz will, dann geh ich eben. Soll ja auch keiner meinen Zahn gezogen bekommen. Wobei, wenn das jemand anderes für mich erledigen könnte, wäre das eine feine Sache.&lt;br /&gt;Ich sitze auf dem blauen Stuhl und Herr Doktor setzt sich neben mich. Klingt gemütlich. Aber jeder weiß, dass das Bild trügt. Herr Doktor setzt die Spritze in meinen Hals, warnt, dass es jetzt unangenehm ist, und lobt, dass ich nicht mal mit der Wimper gezuckt habe. „Ich bin Zahnarzt-Profi,“ protze ich. Nachdem ich noch ein paar Minuten mit meinem scheinbar gewaltig anschwellenden Rachen alleine bleiben darf,  kommt er wieder und legt sich schon ins Zeug. Ins Zeug ist in dem Fall mein Mund. Er macht irgendwas. Ich höre ein leichtes Knirschen und dann seine Stimme: „So, das war s.“ „Machen Sie Witze?“ würde ich gerne sagen, wenn ich etwas artikulieren könnte. Er sagt „Auf Wiedersehen“ und ich will ihn nicht gehen lassen. Er kann doch noch nicht fertig sein?! Das hat jetzt nicht mal fünf Minuten gedauert. Ich habe ungefähr 4 Tage lang Schatten weggepustet für nicht mal fünf Minuten Tortur!? Und es war noch nicht mal Tortur. Er lässt sich von mir nicht mehr in ein Gespräch verwickeln, ist schon aus dem Raum. Die Sprechstundenhilfe kann so schnell nicht weg, muss ja noch aufräumen. Ich sitze immer noch auf dem Stuhl und bin verwirrt.  Ich erzähle ihr, dass ich verwirrt bin, dass mir das jetzt alles zu schnell ging. Gott sei Dank entdecke ich meinen Zahn. Er liegt blutig und einsam auf dem Tabletttisch. Den will ich mitnehmen. Dann habe ich wenigstens was Greifbares, wenn schon die Erinnerung aufgrund der geringen Zeit nichts hergeben wird. Ich kann die Sprechstundenhilfe nicht länger aufhalten. Sie hat auch überhaupt keine Lust auf mich. Meine Verwirrung findet sie weder lustig, noch interessant. Also muss ich gehen.&lt;br /&gt;Jetzt eigentlich fängt erst das Unangenehme an. Ich beisse brav die Zähne zusammen, um damit den blutsaugenden Wattebausch festzuhalten. Es ist eklig. Alles schmeckt nach Blut. Ich denke an Tampons. Tampon im Mund, muss sich wohl so anfühlen. Solche Gedanken kann ich nur haben, weil ich gerade Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ gelesen habe.&lt;br /&gt;Nach ner halben Stunde soll der Tampon raus. Stundenlang blutet es nach, und ich hoffe, dass das alles normal ist. Wenigstens bleibt das Blut in mir, ich verliere kein Blut, denke ich. Ich trinke es ja gleich wieder. Das ist wohl ziemlich naiv gedacht. Und klingt auch wieder sehr nach Charlotte bzw. Helen.&lt;br /&gt;Irgendwann ist der Zahn nicht mehr im Vordergrund. Der Blutgeschmack nicht mehr so präsent. Ich traue mich mal mit der Zunge an den Krater. Und irgendwann habe ich mich auch an den gewöhnt. Alles gut. Ein Freund sagt mir, nun käme die Zahnfee. Das klingt gut. &lt;br /&gt;Nun brauche ich noch einen Schlusssatz. Will mir keiner einfallen.  &lt;br /&gt;Dann lasse ich euch eben genauso perplex stehen, wie der Herr Doktor mich hat stehen lassen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-811182858776147582?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/811182858776147582/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=811182858776147582' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/811182858776147582'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/811182858776147582'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/adieu-weisheit.html' title='Adieu Weisheit!'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-8402371676370265130</id><published>2009-09-24T07:51:00.000+02:00</published><updated>2009-09-24T07:55:18.245+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Köln'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kiosk'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ehrenfeld'/><title type='text'>Morgens, halb sieben, in Ehrenfeld</title><content type='html'>„Machst du mir nen Kaffee fertig“!? Bitte díesen Satz in schönstem Kölner Dialekt, von einer tiefen Herrenstimme gesprochen, lesen. Diesen Satz höre ich jeden Morgen, pünktlich um halb sieben. Gefolgt von dem Geräusch einer Autotür, die auf- und dann wieder zugemacht wird. Gefolgt von der Klingel des Kiosks, die beim Ein- und Austreten erklingt. Kurze Zeit später wird ein Motor gestartet und manchmal höre ich noch ein paar Wortfetzen. &lt;br /&gt;Mir fällt das jetzt seit einer Woche auf. Ich weiß nicht, ob es das vorher nicht gab, oder ob ich die Stimme vorher einfach überhört habe. „Machst du mir nen Kaffee fertig!?“ immer derselbe Ton, immer dieselbe Melodie, immer dieselben Worte. Warum sagt er nicht mal: „Tust du mir nen Kaffee?“ (wir sind doch schließlich in Köln!), oder „Ich brauch nen Kaffee“ oder, und das fände ich das Natürlichste : „Wie immer.“ Oder „Du weißt ja Bescheid!“ Jeden Morgen gibt er, als sei es das erste Mal die Erklärung ab, dass er einen Kaffee möchte. Das weiß der Kioskbesitzer doch längst. Vermutlich hat er um halb sieben bereits den fertig gemachten Kaffee in der Hand. Überhaupt „Machst du mir nen Kaffee fertig!?“ Was ist daran fertig zu machen? Fertig ist er längst. Steht in der gläsernen Kanne, in die er vor vielleicht einer Stunde langsam hinein tröpfelte. Fertig ist er, wenn er in einen Becher gefüllt ist. Vielleicht sogar schon so, wie der Kaffeetrinker ihn haben möchte. Mit Milch oder ohne. Mit Zucker oder ohne.&lt;br /&gt;Irgendwann werde ich morgens mal aufstehen, mich weit aus dem Fenster lehnen, um zu sehen, wer der Kaffeebesteller ist. Ich habe schon ein gutes Bild von ihm. Ein Mann um die vierzig, vermutlich ein Handwerker, ein freundliches Gesicht, aber auch unnahbar. Ich möchte auch den „fertigen Kaffee“ sehen. Vielleicht ist es kein gewöhnlicher Kaffee zum Mitnehmen. Vielleicht hat er seine Spezialtasse, einen Thermobecher, oder nur einen Plastikbecher, den er gleich auf der Stelle wegschluckt. Denn lange hält er sich ja nicht auf. Nur solange, bis der Kaffee fertig gemacht ist. &lt;br /&gt;Sein Ritual, und das Ritual des Kioskbesitzers wird zu meinem Ritual.&lt;br /&gt;Und man fragt sich, ob ich zuviel Zeit habe... ☺&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-8402371676370265130?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/8402371676370265130/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=8402371676370265130' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8402371676370265130'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8402371676370265130'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/morgens-halb-sieben-in-ehrenfeld.html' title='Morgens, halb sieben, in Ehrenfeld'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-6878240416917851488</id><published>2009-09-22T07:45:00.000+02:00</published><updated>2009-09-22T07:46:11.935+02:00</updated><title type='text'>Paris-Köln</title><content type='html'>Ich bin wieder daheim, und das fühlt sich so gut an. „Das Schönste am Wegfahren ist das nach Hause kommen.“ Irgendjemand hat wohl mal diesen Satz in die Welt geschmissen, und viele haben ihn aufgefangen. Mag ich eigentlich nicht, diese aufgeschnappten Sätze. Aber gerade wird er für mich wahr. Mein Zuhause ist jetzt noch schöner, als es vorher war. Meine Wohnung ist, obwohl sie dringend mal aufgeräumt werden muss, plötzlich so schön, wie neu, die Cafés rundherum sind reizvoller als zuvor, der Rhein strahlender, der Dom imposanter, und auch meine Freunde betrachte ich mit freudiger Dankbarkeit, dafür dass sie halt meine Freunde sind.&lt;br /&gt;Samstag morgen trieb ich mich noch auf einem Trödelmarkt im zweiten Arrondissement, in schönen Strassen, und vor dem Rathausplatz dieses Viertels herum. Dann entdeckte ich noch einen weiteren, wunderschön vor der Kulisse des Place des Abbesses, ein antikes Karussell, die hübschen Montmartre-Häuser und antikes Zeug lag vor langhaarigen, Gauloise-rauchenden Profi-Trödlern. Ein Anblick, der jeden Tourist an diesem herbstlichen, sonnigen Samstagmorgen erfreute. Mich nicht. Doch, äußerlich schon, aber ich war nicht wirklich da. Ich sprach niemand an, kaufte lediglich zwei Sporthosen (eine davon ist ein „Yoga-Rock“: „Vous pouvez ecarter les jambes et rien ne se voit“- Aha, ich kann also die Beine grätschen, ohne dass man was sieht. Kaufe ich. Ist lustig.) Das war aber auch schon fast die lebhafteste Situation meines Trödelmarktmorgens. &lt;br /&gt;Der Sonntag danach: nach einem schönen Frühstück mit Freunden auf der Terrasse von einem Café, radle ich ins nächste Stadtviertel zum Trödelmarkt. Der Platz ist nett, aber nicht annähernd so schön, wie die Pariser Trödelplätze. Ich bin heiter, offen, freue mich an den Dingen, die da rumliegen, plaudere und lache mit den Leuten dahinter, treffe einen Bekannten. Finde eine Kette für meine Mutter, einen Badezimmerteppich, ein T-Shirt, eine Tischdecke, drei Bücher. &lt;br /&gt;Hier ist alles leichter. Hier bin ich einfach da. Hier habe ich mit jedem Schritt, den ich mache, das Gefühl, ich gehöre hier her. Meine Schritte in meiner Stadt. &lt;br /&gt;„In einer Stadt gehört dir nichts“, sagte einmal ein guter Freund, den ich fragte, warum er lieber seinem kleinen Dorf wohne. Genauso wie ihm geht es mir. Nur andersrum. Köln gehört mir. Ich teile es gerne mit 995 378 anderen Kölnern. Du bist Deutschland. Ich bin Köln.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-6878240416917851488?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/6878240416917851488/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=6878240416917851488' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6878240416917851488'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6878240416917851488'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/paris-koln.html' title='Paris-Köln'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-5549589381734505331</id><published>2009-09-20T14:36:00.000+02:00</published><updated>2009-09-20T14:39:18.441+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paris'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Clochard'/><title type='text'>Mit dem Rücken zu Paris</title><content type='html'>Ich lüge, wenn ich diesen Blog so nenne. Denn ich sitze im Zug, und fahre rückwärts. Das heißt, Paris liegt mir nicht im Rücken, sondern vor mir. Aber es passt so gut, darum gönne ich mir jetzt mal so etwas wie dichterische Freiheit. &lt;br /&gt;Ich bin froh, dass ich mit jedem Kilometer Paris ferner, und Köln näher komme. Ich weiß nicht, wem ich dafür die Schuld geben soll. Paris oder mir. Ist Paris einfach schrecklich laut, dreckig, hektisch, vollgestopft, stereotyp und ermüdend, oder will ich Paris so sehen? Macht die Stadt mich missmutig, angespannt, gestresst und leicht ängstlich, oder kommt das aus meiner Sicht auf die Stadt. Gibt es da wieder nur einen Schalter, den ich umlegen könnte? Lauter Fragen, auf die ich die Antworten ehrlich gesagt, bereits kenne. Ja, ich bin Schuld, dass ich Paris ins schlechte Licht stelle, denn ich will es so sehen. Ja, ich könnte die vielen Menschen auch anders betrachten, auch die lauten Farbigen, die schubsenden Pariser, die prolligen Marokkaner. Ich könnte sie alle lieb haben, und dann würde ich auch kein Unwohlsein mehr empfinden. Ich könnte den Menschen in die vollgequetschte Metro vorlassen, anstatt mich selber zu quetschen. Der bettelnden Zigeunerin, könnte ich auf ihr „Speaking english?“ antworten „Non. Francais?“ und ihr damit auf nette Art den Wind aus den Segeln nehmen.  Ich könnte langsam gehen. Ich könnte lächeln. Tout simplement. Und damit hätte ich wohl den Schalter schon umgelegt. &lt;br /&gt;Aber um nicht nur mit mir zu hadern, muss ich auch mal en schönsten Moment des Tages festhalten. Einen „Schalter-Moment“. Ich stehe am Gare du Nord und warte auf meinen Zug. Ich sehe einen Clochard, der mir schon vor ein paar Tagen aufgefallen war. Er ist rappeldünn, ein Skelett, und sucht in den Mülleimern nach Essensresten. Ich hatte neulich ein halbes, nicht aufgegessenes Sandwich in der Tasche. Ich hätte es ihm geben wollen. Aber ich habe es nicht gemacht. Mir fehlte der Mut. Warum Mut? Wovor Angst? Angst, dass er es mir um die Ohren haut. Angst, etwas zu machen, worauf die anderen aufmerksam werden.&lt;br /&gt;Heute sah ich ihn also wieder, und das war wohl meine zweite Gelegenheit. Ich hatte einen Kinderriegel in der Tasche, der mir nicht sehr am Herzen lag. Er hing wieder tief in einer Mülltonne drin, als ich mich zu ihm runterbeugte und fragte: „Vous mangez du chocolat?“ Ich weiß gar nicht ob er was geantwortet hat, es war ja auch nicht wirklich eine Frage. Ich gab ihm den Riegel und ging ein paar Meter weg. Ich beobachtete ihn. Er lehnte sich an die Tonne, und packte den Riegel gleich aus. Das Papier warf er in den Mülleimer und er aß, nicht mal sehr hektisch und ausgehungert, sondern fast anmutig. Als er ihn auf hatte, beugte er sich wieder in den Mülleimer, und angelte einen Becher heraus, nahm den Deckel ab und trank den letzen Schluck, der wohl noch darin war.&lt;br /&gt;Ich kamenTränen in die Augen.&lt;br /&gt;Ich freute mich, dass ich mich getraut habe, aber gleichzeitig tat er mir so leid. Wie anders sieht sein Leben aus! Wie schmeckt ein Schokoriegel, wenn man seit Tagen nichts mehr gegessen hat!? Dieser Mann führt das Leben eines Tieres, immer auf Nahrungssuche. Mit dem Unterschied, dass das Tier nicht am Rande steht und von den anderen missachtet wird. &lt;br /&gt;Und dass das Tier in den meisten Fällen so was wie eine Familie hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-5549589381734505331?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/5549589381734505331/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=5549589381734505331' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5549589381734505331'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/5549589381734505331'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/mit-dem-rucken-zu-paris.html' title='Mit dem Rücken zu Paris'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-4953386913664057555</id><published>2009-09-14T18:59:00.000+02:00</published><updated>2009-09-14T19:09:33.963+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Busfahren'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paris'/><title type='text'>Was ich sehe</title><content type='html'>Meine Begeisterung für die Stadt, deren Name träumen lässt, ist irgendwie verschwunden. Ich finde sie nicht wieder. Obwohl ich an den schönsten Ecken nach ihr gesucht habe. Am Place des Vosges, im Innenhof des schönen schwedischen Kulturinstituts, in meinem Lieblingskaufhaus, sie bleibt unauffindbar.&lt;br /&gt;Die besonderen Momente, die ich manchmal hier erlebe, spielten sich dort auch nicht ab. Doch, einen gab es. Im Bus. Mittlerweile fast mein Lieblings-Ort in Paris. Schön langsam wird man an allem vorbeigefahren. Ist mittendrin, so eng sind manchmal die Strassen, so nah die Fußgänger und das Leben vor der Scheibe. Die Busfahrer sind erstaunlich freundlich und die Passagiere im Bus wirken entspannt. Darum nehmen sie wohl auch den Bus. Wären sie gehetzt nähmen sie die schnelle Metro. &lt;br /&gt;Ich steige also in den Bus, zusammen mit anderen. Der Bus ist dreiviertel voll. Ich sitze und neben mir steuern zwei ältere Menschen auf die Sitzbank an. Sie kommt von hinten, er von vorne. Sie lässt ihn vor. Er zögert. Will durchrutschen ans Fenster, schaut aber noch um sich nach einem, ihm sympathischeren Platz. „Ah non, je vais là,“ sagt er und will sich an ihr vorbeidrücken an einen Platz weiter hinten. Dann überlegt er es sich noch mal und will doch auf die Sitzbank neben mich, wo die Frau immer noch von seinen Launen hin und herbewegt wird. Sie lässt ihn also durchrutschen, sagt aber noch: „C est votre dernier mot?“ Toll!! Ich bin begeistert. „Ist das ihr letztes Wort?“ fragt sie ihn. Nicht kampflustig, ganz sachlich, und damit hat sie vollkommen recht. Das liebe ich an den Parisern. Sie sprechen. Sie sprechen mit Fremden. Das passiert uns doch eher selten. Da muss uns schon jemand auf dem Fuß stehen, bevor wir ihn ansprechen. Ay!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-4953386913664057555?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/4953386913664057555/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=4953386913664057555' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4953386913664057555'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4953386913664057555'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/was-ich-sehe.html' title='Was ich sehe'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-599102578256199325</id><published>2009-09-13T08:12:00.000+02:00</published><updated>2009-09-13T08:13:33.559+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paris'/><title type='text'>Wo ich bin</title><content type='html'>Und es passiert noch was. &lt;br /&gt;Derselbe Raum, aber ein komplett neues Ambiente. In Brüssel steigen plötzlich Massen von Passagieren in unser ruhiges, rotes, Zugwägelchen, wo ich gerade beschlossen hatte, ein wenig die Augen zu schließen. Plötzlich aber sind wieder viele Stimmen um mich. Ich kann mich nur noch zurücksehnen nach französisch sprechenden Rentnern. Auch wenn die nicht so meine Themen besprachen, dann gaben die mir doch ein besseres Gefühl, als die vielen neuen, bunten Passagieren. Was ich von diesen gerade vorrangig mitbekomme, ist eine Stimme, die aus einem rotgeschminkten, dicklippigen Mund kommt. Sie spricht englisch, aber mit starkem Akzent. Manchmal spricht sie auch ein paar französische Worte, aber auch da setzt er sich durch: der afrikanische Akzent. Sie wird ständig angerufen. Vermutlich von einem Mann, der irgendwo in Paris in seiner Wohnung hockt und ganz schön scharf auf diese kleine, schmale Afrikanerin, in ihrem tigergemusterten, hautengen Oberteil, ist. Sie hört nicht auf, ihm zu sagen, dass sie müde ist, erst spät ankommen wird, einen langen Tag hatte, an dem alles schief lief, dass sie müde ist, dass sie heute nicht mehr will.&lt;br /&gt;Nun spricht sie mit ihren Sitznachbarn. Und hier geht das Licht aus. Technisches Problem. Wir stehen immer noch in Brüssel-Zuid. Schon zwanzig Minuten. Ich hoffe, die Afrikanerin mit dem Tag, an dem alles schief lief, bringt ihr Unglück nicht mit in den Zug.&lt;br /&gt;Dass sie müde ist, kann ich ihr nicht wirklich glauben. Lebhaft erzählt sie den Menschen um sich herum aus ihrem Leben. Ich höre keine anderen Stimmen, nur ihre. Sie braucht keinen Gegenspieler für ihr Match.&lt;br /&gt;Ihre Stimme brennt sich in mir fest. Sie erzählt irgendwas von „Tam Tam“, ein Wort, dass für irgendetwas steht. Was, das kann ich leider nicht verstehen. Sie sagt es ständig. Lacht dabei. Diese zwei Worte und ihr Lachen werde ich noch tagelang erinnern können. Wie ein Musikstück, an das man denkt, und gleich mit komplettem Orchester im Ohr hat.&lt;br /&gt;Meinen letzten Blog beendete ich, indem ich sagte: Eine gute Einstimmung auf Paris. Um ehrlich zu sein, das war die romantische Einstimmung auf Paris. Auf das Paris der Touristen, auf das Vorzeige-Paris, das Saubere und Harmonische, das Akkordeon-Paris. Ein Paris, in dem Franzosen leben. &lt;br /&gt;Die Zugatmosphäre ab Brüssel stimmt mich ein, auf das echte Paris. Auf das bunte Paris. Auf das Paris, dass sich Franzosen mit Afrikanern, Marokkanern, Asiaten, teilen. Hier sind sie alle versammelt und so fühlt sich Paris an. Nicht im ersten, zweiten und nicht in den meisten einstelligen Arrondissements. Aber da, wo die blendende Schönheit von Paris aufhört, da fängt das an, was auch zu Paris gehört: ein bunter Ameisenhaufen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-599102578256199325?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/599102578256199325/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=599102578256199325' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/599102578256199325'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/599102578256199325'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/wo-ich-bin.html' title='Wo ich bin'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-4291717504828020336</id><published>2009-09-13T07:36:00.000+02:00</published><updated>2009-09-13T07:51:29.623+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paris'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Thalys'/><title type='text'>Wo bin ich?</title><content type='html'>Viele  schreiben ihre Blogs von unterwegs. Ich mach das jetzt auch mal. Ein Reisebericht. Wie langweilig. Mal sehen, was daraus wird. Damit es nicht so langweilig wird, mache ich ein Ratespiel: Wo bin ich? Um mich herum ist es rötlich. Das liegt am Abendrot, aber auch an dem roten Stoff um mich herum. Vor mir, neben mir, und unter meinem Po. Oben ist es grau, auf dem Boden auch. Grauer Teppichboden. Es ist nicht still. Ich höre ständig Stimmen. Obwohl es hier heute überraschend leer ist. Das habe ich so leer noch nicht erlebt. Aber vier Menschen sitzen sich gegenüber und unterhalten sich so, als bemerkten sie gar nicht, dass wir anderen ihnen zuhören können. Die Stimmen sprechen französisch.  Hier sind überhaupt viele fremdsprachige Stimmen. Oft kommen Durchsagen. Erst auf deutsch, dann auf französisch, auf holländisch und letztlich, falls immer noch nicht für jeden die richtige Sprache dabei war, auf englisch.&lt;br /&gt;Das war jetzt ein ziemlich guter Hinweis. Ist schon klar geworden, wo ich mich befinde. Ich könnte an der nächsten Station aussteigen, dann wäre ich in einer Kurstadt. Dort, wo Kaiser Karls Gebeine in der Kirche liegen. Vermutlich die zu allererst aufgeführte Stadt im deutschen Städteverzeichnis.&lt;br /&gt;Würde ich weiterfahren bis zum nächsten Halt, und angenommen, es wäre Sonntag, dann könnte ich auf einen riesigen Flohmarkt gehen. Hier heißt er wohl eher Marché aux Puces. &lt;br /&gt;Keine Lust auf Flohmarkt? Dann weiter zum nächsten Stopp. Hier stehen metallische Gerüste herum, hier pieseln kleine Männchen in Brunnen und mehr Tipps braucht es wohl jetzt nicht. Ich fahre aber weiter bis zur Endstation, und die heißt: Paris.&lt;br /&gt;Ich musste ein Weilchen aufhören. Wer das liest, merkt es nicht, außer daran, dass ich vom Themenfluß abkomme. Ich musste aufhören, weil die Landschaft gerade so schön ist. Kaum hinter Aachen ist die Landschaft wunderschön. Hügelig und waldig (waldig-das Wort gibt es nicht, oder?! Gefällt mir aber), Kühe und charmante Bauernhöfe, Hecken, die die Wiesen abteilen und das alles im Abend-Sonnenlicht.&lt;br /&gt;Aber zurück in den Zug. Denn die Stimmung hier gefällt mir, inspiriert. Diese vier Menschen, deren Stimmen ich wie einen ständigen Fluss um mich habe, gehören zwei Paaren. Es sind Franzosen, Renter aus der gut situierten Bildungsschicht. Eigentlich kann es gar nicht anders sein, als das die beiden Männer ihr Berufsleben als Lehrer oder Dozent verbracht haben.&lt;br /&gt;Ihre Frauen vermutlich Hausfrauen, oder halbtags Beschäftigte in einem Büro, immer gerne an der Seite des Ehemannes, um diesen ins Museum, Theater und in den Konzertsaal  zu begleiten. Am Tisch spricht man über das gute Essen und gute Restaurants, die man zu besuchen plant. Nach Tisch gibt es einen Cognac für ihn, einen Kräutertee für sie, und man unterhält sich über Kultur. So wie jetzt. Ich höre selten in einer Stunde so viele Namen von Architekten, Malern, Verstorbenen, von Städten und deren Museen und Bauwerken.&lt;br /&gt;Ich habe das Glück auf einen 1A-Steretypen getroffen zu sein. Beigefarbene Jacketts für die Männer und braun karierte Hosen. Koffer in grün mit Lederriemen eingefasst. Die Frauen kann ich leider nicht sehen. Nur hören. Mit hohen Stimmen höre ich: „Oui, oui, oui.“ Oder „Ah ca!“ „Eh oui“. Sie sind eigentlich nur Hintergrundmusik für die Männerworte.&lt;br /&gt;Ich habe einen Riesen-Vorteil. Ich kann die Stimmen ausschalten. Ich höre sie, aber ich muss ihnen nicht zuhören. Würden sie deutsch sprechen, wäre das nicht möglich. Ich kann es wie einen Schalter ein- und ausschalten. Hinhören. Weghören. Arme Franzosen, die hier versammelt sind, die werden die ganze Zeit beschallt. Aber vielleicht haben die auch so einen Schalter. &lt;br /&gt;Oha!! Die Herrschaften stehen auf (zehn Minuten vor Liège). Sind gar keine Franzosen. Belgier. Schade, als französische Bourgeois, passten sie viel besser in meine Clichée-Schublade. Die Stimmen werden mir fehlen. War eine gute Einstimmung auf Paris.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird langsam dunkel. Gleich acht Uhr. Im Dunkeln Zug fahren finde ich schrecklich. Im Hellen wunderbar. Mit der Landschaft ziehen auch meine Gedanken. Manchmal fühle ich mich dabei wie in einem Musikvideo. So als sähe ich mich von außen, und schaue mir zu, wie ich nachdenklich aus dem Fenster schaue. &lt;br /&gt;Wenn es aber dunkel ist, sehe ich nur mich, wenn ich aus dem Fenster schaue. Das sieht längst nicht so schön aus, wie die sich ständig bewegende Landschaft.&lt;br /&gt;Ich muss noch ein wenig volltanken und aus dem Fenster schauen, bevor das Fenster zum Spiegel wird. Kleine Pause also (die wieder niemand merkt).&lt;br /&gt;Vielleicht sollte ich meinen Bericht auch ganz beenden. Wenn man einen blog liest, will man wohl lieber kurze Texte, sonst traut man sich erst gar nicht ran. &lt;br /&gt;Ich kann ja morgen weiter schreiben.&lt;br /&gt;Oder einen neuen Blog beginnen. Dann gibt es einen aus dem hellen Zug mit den französischen Belgiern, und einen aus dem dunklen Zug ohne Bildungsangebot. Mal sehen, was noch kommt...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-4291717504828020336?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/4291717504828020336/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=4291717504828020336' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4291717504828020336'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/4291717504828020336'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/wo-bin-ich.html' title='Wo bin ich?'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-817167591492369196</id><published>2009-09-02T07:41:00.000+02:00</published><updated>2009-09-02T07:43:08.188+02:00</updated><title type='text'>Geburtstag</title><content type='html'>Ich werde wach, und das letzte, was ich noch weiß, ist, dass ich auf meinem tollen neuen Fahrrad fuhr und neben mir fuhr ein Mann auf seinem Rad. Er strampelte recht kräftig und fragte in welchem Gang ich denn unterwegs sei. „Ach, erst im fünften (von acht),“ antworte ich. Er schnauft. Ich bin stolz. Hinter uns nähert sich eine weitere Radfahrerin. Auch sie spricht mich an: „Hey, wie groß bist du?“ Sie meint mich. „Du bist ganz schön groß, oder?“ Sie spricht mit einem französischen Akzent. Ich steige ab, sie auch, und wir stellen fast, dass ich gar nicht so groß bin. Wir stehen vor ihrem Second-Hand-Mode- Laden und sie sagt zu mir: „Ich habe ein Paar Söckchen für dich. Die passen sonst niemandem. Die sind ganz bunt.“ Bunte Socken trage ich nicht. Ich gehe mit ihr in den Laden. Die Frau ist nett. Sie findet die Socken nicht, holt eine Kladde hervor und blättert darin. Sie will mein Geburtsdatum wissen: 2. September, sage ich. Heute. Und werde wach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird langsam hell. Mein Wunsch ging in Erfüllung. Und die Wettervorhersage auch: ein wolkenloser Himmel verspricht zumindest erste sonnige Stunden an diesem Tag. Meinem Tag, der mir bisher gar nicht so wahnsinnig wichtig erscheint. Immer denkt man, man sei anders als die anderen. Ich habe mich immer gewundert, dass für meine Eltern und Grosseltern der Geburtstag gar nicht mal so bedeutsam war wie für mich. Ich wollte immer am liebsten mit einem Schild um mich herum laufen, auf dem steht: Heute ist mein Geburtstag. Kindern zieht man ja zu diesem Tag auch gerne eine Krone auf. Die könnte ich auch tragen. Eigentlich bis heute. Wenn ich mich gleichzeitig auch lächerlich fühlen würde mit Krönchen. Dennoch ist sie in den Jahren etwas verpufft: die Geburtstags-Euphorie. Klar, als Kind ist Geburtstag was ganz besonderes, als Erwachsener lässt das nach. Nein, nein, nein, bei mir nicht. Da war ich ganz sicher.&lt;br /&gt;Das hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal Geburtstage erlebe, an dem ich nicht in jeder Sekunde „Geburtstag! Geburtstag! Geburtstag!“ fühle. Der Tag, an dem dir alles erlaubt ist. Wenn ein Spiel gespielt wird, durftest du anfangen. Wenn du dich dreckig machtest, war es  ganz egal. Du konntest an diesem Tag jeglichen Mist machen, du wurdest freigesprochen. Alle hatten dich lieb. So kam es mir zumindest vor.  Vielleicht hat deshalb der Reiz des Erwachsenen-Geburtstages nachgelassen: Man hat keine Krone mehr auf. Die anderen haben einen nicht mehr lieb als sonst. Man spielt eben keine Spiele mehr, haut nicht mehr auf Pappmaché-Figuren, bis die Bonbons rausfallen, zieht nicht mehr sein Lieblingssommerkleid an, auch wenn es draußen 15 Grad sind, UND: man bläst keine Kerzen mehr aus. Hey, was ist das eigentlich für eine blöde Entwicklung?! Wann hat man aufgehört Kerzen auf den Kuchen zu stellen? Nur weil man plötzlich über 30 Kerzen auf den Kuchen quetschen müsste? Hey, dann soll der Kuchen halt größer werden.&lt;br /&gt;Das ist es! Ich habe verstanden, warum das Geburtstagsgefühl verschwindet. Es liegt nicht an unserer Unfähigkeit die kindliche Freude zu entwickeln. Wir werden einfach nicht mehr „hochgelebt“. „Hoch, soll sie leben, hoch soll sie leben, dreimal hoch. Hoch! Hoch!“ sang man im Kindergarten und wurde auf seinem Stühlchen in die Luft gehoben. Ja, macht man das mit Erwachsenen??? Warum nicht? Kein Wunder, dass wir dem kindlichen Geburtstagsgefühl nachtrauern. Wenn ich mal Kinder habe, dann bekommen die auch mit 40 noch ne Torte, und ein Geburtstagsritual, dass nur uns gehört, und dass wir solange wir gemeinsam Geburtstag feiern können, und es wollen, zelebrieren! So!&lt;br /&gt;Das hätte ich verstanden. Ich werde jetzt aus diesem Bett aussteigen und mich auf den Weg an den See machen. Da ist zwar niemand, der mich hochleben lässt, aber dort lasse ich erstmal die Welt hochleben. Ich kann ja den Vögeln zuzwitschern, dass heute mein Geburtstag ist. Aber ich glaube sie wissen das schon. Tiere spüren so etwas ;)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-817167591492369196?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/817167591492369196/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=817167591492369196' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/817167591492369196'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/817167591492369196'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/09/geburtstag.html' title='Geburtstag'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-3851702359613265678</id><published>2009-08-13T07:47:00.000+02:00</published><updated>2009-08-13T07:51:40.316+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Amèlie Nothomb'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Urlaubstag'/><title type='text'>Urlaubstag mit Amélie</title><content type='html'>Heute. Ein Urlaubstag. Urlaubstage sind für mich Tage, an denen ich mich treiben lasse. Ungeplant. Einfach los und sehen was kommt. Das klappt nicht immer. Es muss aber erstmal einen Plan geben. Nicht den Plan zum Treiben lassen, sondern einen ersten Plan, der aus einem ersten Ort und einer ersten Aktion besteht. Das kann zum Beispiel, ein Gang in die Stadtbücherei sein. Meistens überrasche ich mich dann selber mit meinem Urlaubstag. Er ist entstanden, weil ich offen war. Offen um mein Außen zu betrachten, und offen, um mein Innen zu betrachten. Blabla... will sagen: Ich hab einfach das gemacht, worauf ich Lust hatte, und ich hatte Lust. Lust habe ich nicht immer. Hab ich Lust auf Rechts oder Links? Lust auf Kaffee oder Eis?&lt;br /&gt;Heute ist mir etwas passiert, was nur ganz selten geschieht: Ich habe gelesen. Eine Stunde lang. Ich war in der Buchhandlung, in der Grossen, schön Eingerichteten, mit den Sofas und dem Fenster zum Dom. Ich wollte ein paar Bücher anlesen und prüfen, ob sie wert sind, sie auf meine Geburtstagswunschliste zu setzen. Eines davon ist es nun nicht mehr wert, weil ich es vor Ort bereits „leer“ gelesen habe. (Mir gefällt die Vorstellung des Leerlesens. Auch wenn die Buchstaben noch da sind, wenn sie gelesen wurden, sie lesen sich doch nie mehr so, wie beim ersten Mal. Man hat etwas gelehrt, verzehrt, etwas Einzigartiges„weg gemacht“). &lt;br /&gt;Es war ein Buch von Amèlie Nothomb, und es heißt „Biographie des Hungers“. Bisher habe ich von ihr höchstens acht Sätze lesen können, dann gab ich auf. Sie war mir fremd. &lt;br /&gt;In diesem Buch aber sprechen wir eine Sprache. Sie geht zurück zu ihrer Kindheit, ihrem Aufwachsen in Japan, China, New York. Vor allem erzählt sie von ihrem unstillbaren Hunger. Sie meint damit den echten Hunger, der sie besonders zu Süßspeisen hinzieht („zu süß" existiert nicht. Das ist genauso als würde man etwas „zu schön“ finden.). Besonders mag ich die Szene, als sie auf der Jagd nach Süßem ist, und dabei in der elterlichen Garage eine Packung Spekulatius findet. Das Knuspern dieser süßen, zimtigen Kekse begeistert sie derart, dass sie sich einen Platz überlegt, der diesem Genuß gerecht wird. Sie läuft mit der Kekspackung unter ihrem Pullover ins Badezimmer, setzt sich aufs Waschbecken und schaut sich im Spiegel bei ihrem Genuss zu. Sie ist sieben Jahre alt, und entdeckt in ihrem Gesicht die Wolllust. &lt;br /&gt;Ihr Hunger ist aber auch der Hunger nach Leben, nach Experimenten, nach Schmecken und Fühlen und Leben und Lachen. Sie hilft beim Wäsche Aufhängen und saugt dabei an den frisch gewaschenen Kleidungsstücken, um sich diesen Duft einzuverleiben. &lt;br /&gt;Sie ist kaum vier Jahre alt und begeistert als ihre japanische Kinderfrau ihr einen Tropfen Pflaumenschnaps gibt. Auf Partys probiert sie an rumstehenden Champagnergläsern und lacht über ihren Kater am nächsten Tag. Mit etwa sieben Jahren findet sie heraus, dass man aus Schnee, Zitrone und Gin eine herrliche Löffelspeise machen kann.&lt;br /&gt;Sie will drei Worte aus der Sprache streichen: baden, Kleidung und leiden. Schöne Dinge, die so unschöne Buchstabenfolgen zu beschreiben versuchen. (Ich frage mich allerdings, ob sie  die französischen, die japanischen oder die englischen Worte dafür meint. Sie spricht all diese Sprachen mit wenigen Jahren. &lt;br /&gt;Dieses Buch machte mich froh und heiter. Eine ganze Stunde lang, und es wirkte auch noch nach. Ich möchte Amélie  am liebsten kennen lernen. Aber ich würde mich vermutlich unwohl fühlen. Neben so einer Lebefrau.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-3851702359613265678?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/3851702359613265678/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=3851702359613265678' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3851702359613265678'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/3851702359613265678'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/08/urlaubstag-mit-amelie.html' title='Urlaubstag mit Amélie'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-1967057266937353812</id><published>2009-06-26T07:26:00.000+02:00</published><updated>2009-06-26T07:28:37.131+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mut'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Liebe'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Leben'/><title type='text'>"You can..."</title><content type='html'>„You can....“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist wieder so ein Tag..... Ich hatte dieses Gefühl recht lange nicht mehr. Und jetzt wo es wieder da ist, finde ich das schade. Andererseits bleibt es halt auch immer nur ein Gefühl, und das dahinter bleibt immer offen. Dieses Gefühl ist Sehnsucht. Es ist eine Ahnung von dem, was Leben sein kann. Ein Empfinden von allem ist möglich. Und dazu spielen dann auch noch die Geigen im rechten Moment.&lt;br /&gt;Um dieses Gefühls-Süppchen zu kochen bedarf es zweier Zutaten: den frühen Morgen und „herzöffnende“ Musik. Die Musik kommt von Shaina Noll. Ist eine Art Yoga-Musik, meditativ, hell, liebevoll, „herzöffnend“ halt, so abtörnend das auch klingen mag. &lt;br /&gt;Ich hörte die Musik beim Entspannungstraining, und als ich ganz versunken (gib dein Gewicht an die Matte ab...) dalag, drang an mein Ohr nur der Teil eines Satzes „how deeply your connected to my soul“, und mir liefen die Tränen aus den geschlossenen Augen.&lt;br /&gt;Und heute morgen, sechs Uhr dreizehn, höre ich Satzfetzen wie „you can travel any country country where your hard beats… you can live be yourself… you can gather friends around… you can love who you want… everything possible for you… you can be anybody you want to be…the only mesure …  is the love you leave behind….”    und ich bekomme dieses herrliche Gefühl von MACHEN wollen. Leben und Lieben. Mutig sein und Fallenlassen. Alles ausleben. Grenzenlos. Andersdenken. Andersleben. &lt;br /&gt;In einer Phase, wo ich mit mir hadere, wo das Leben mir manchmal so eng erscheint, ich mir selber so viele Grenzen setze, entfaltet sich dieses Gefühl wie hoffnungsvoller, lustvoller Balsam. Es macht mir Mut, macht mich stark, bestätigt mich in meinen Plänen. Das Leben ist ein Spiel, ein Geschenk, eine Malbuchseite, die ich mit meinen Farben ausmalen kann. Also wage es, denn es gehört gar kein Mut dazu. &lt;br /&gt;Und wenn ich zweifle an der Möglichkeit einen Laden führen zu können, ihn vor allem erst mal finden, einrichten, organisieren, anmelden und eröffnen zu können, dann erinnere ich mich daran, dass es ein Spiel ist. Ich sollte mir vertrauen, mir und meiner Art nachgehen, mit nicht Angst machen lassen von anderen, die anders funktionieren. Ich bin kein Business-Plan-Mensch. Ich schreibe nicht mal Einkaufszettel und verzähle mich schon, wenn ich drei Summen addieren soll. Ich mache viele kleine Fehler, weil ich nicht konzentriert bin. Ich verstehe das ganze organisatorische System nicht. Spricht einer von Vorsteuer und Buchhaltung, dann bekomme ich weiche Knie und taube Ohren. Dennoch, ich will, und wenn doch alles möglich ist, dann ist doch wenigstens ein Versuch möglich. Und wenn ich jeden frühen Morgen erst meditieren muss mit kitschiger, esoterischer „herzöffnender Musik“...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-1967057266937353812?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/1967057266937353812/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=1967057266937353812' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1967057266937353812'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1967057266937353812'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2009/06/you-can.html' title='&quot;You can...&quot;'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-784887347495001660</id><published>2008-11-06T04:10:00.001+01:00</published><updated>2011-06-15T00:23:22.466+02:00</updated><title type='text'>Ich und Obama</title><content type='html'>Ich und Obama&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt den ersten Kommentar zu meinen kleinen Texten.&lt;br /&gt;„Morgens im Café Sehnsucht“ hat gefallen :) &lt;br /&gt;Gerne schreibe ich mehr. Möchte ich heute einen Text verfassen, könnte ich ihn „Nachmittags im Café Franck“ nennen. &lt;br /&gt;Das Schöne am Café Franck ist vor allem das, wofür es steht: Kaffee. Der beste Milchkaffee der Stadt, wie ich finde. Cremig und stark, ein Herz oder Blatt im Milchschaum (ich möchte ihn gar nicht „Schaum“ nennen, denn es ist mehr eine Milchcrème). Außerdem liegt neben der Tasse, auf dem breiten Unterteller immer noch ein Stückchen abgeschnittenen Blechkuchens. Den stopfe ich immer in den Kaffee und schlabber ein bisschen, nach Franzosen-Art, herum. Jetzt!&lt;br /&gt;Hm, lecker, Schokokuchen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß nicht recht, was ich schreiben soll. Ich habe vieles in meinem Kopf. Es ist eigentlich nichts passiert, und doch passiert immer etwas. Doch, eigentlich ist eine Menge passiert, denn Amerika hat einen neuen Präsidenten. Für viele Menschen ist also eine Menge passiert. Die letzte Nacht, in der ich traumlos und passiv schlief, haben Tausende von Menschen gezittert, gejubelt und geweint. Für viele Menschen fängt ab einem Moment, den ich verschlafen habe, ein neues Leben an. Wie bedeutsam! Lebensinhalt! Und ich? Was bewirkt diese Situation, die da wohl viele Tausend Kilometer entfernt passiert ist in mir? Ich schaue eine Sendung über die USA, als sie noch vor der Wahl stand, also gestern abend. Was ich mir merke sind die vielen Afroamerikaner, die sich für Obama begeistern. „Neuwähler“ werden viele davon genannt. Und ich denke mir: Toll, da sind eine Menge Menschen, die sich möglicherweise bisher kaum um die Politik ihres Landes geschert haben. Sie fühlten sich eh nur geduldet, nicht wirklich zugehörig, auch wenn in ihrem Pass der amerikanische Stempel dafür sprechen könnte. Nun kommt da einer, mit dem sie sich identifizieren können, und plötzlich identifizieren sie sich mit dem Land. Plötzlich haben sie Lust zu wählen, sie interessieren sich, winken nicht nur unbeteiligt ab. Das freut mich. Naja, wenn es denn so ist. Aber meine Phantasie spielte mir das vor.&lt;br /&gt;Es gab aber auch noch weitere Gedanken, die ich im Zusammenhang mit diesem amerikanischen Ereignis hatte. Als ich diese Sendung sah, bekam ich plötzlich Lust zu reisen. Ich möchte mal wieder fremd sein, mal wieder durch fremde Strassen streifen, fremde Sprachen hören, mich wundern, und vor lauter Wundern mich vergessen. Dann bin ich nur noch in dem, was ich sehe, und merke gar nicht mehr, dass ich auch gesehen werde. Das ist ein schöner Zustand, den ich leider hier in der vertrauten Stadt nur selten erlebe. Und wenn, hat er nicht so eine Intensität, wie in der Ferne. &lt;br /&gt;Ich habe von anderen gehört, dass die Amerikaner sehr nett und offen sein sollen. „Wenn du in Geschäfte gehst, wirst du gleich wie ein Freund begrüßt.“ Dann ist da dieser Ruf, die Amis leben „im Großen“. Alles ist groß: Orangensaftpakete, Burger, Autos, Bäuche, Selbstbewusstsein,... . Ich bin neugierig. Ich bekomme Sehnsucht nach der Fremde. Das ist meine direkte Auswirkung von der Präsidentenwahl. Da werden Lebensinhalte umgekrempelt, die Politik eines Landes ändert sich, Menschen gehen zum ersten Mal zur Wahl, und ich bekomme Fernweh.  Egoist!? Ich und Obama. Obama und ich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun sitze ich im Café Franck, und man merkt es kaum. Außer, dass ich Werbung für den Kaffee machte. Möchte meine „Leserschar“ vielleicht noch etwas wissen zu dem, was hier heute so passiert? Aber ist es interessant, wenn ich berichte über die zwei Frauen, die mir hier am meisten auffallen? Wer will wissen, dass es die Art Stadtfrauen in den Fünfzigern sind, die sich höchstwahrscheinlich in einem Kurs „Bioenergetische Körperarbeit“ oder einem Workshop „Über 50- Na und?“ kennen gelernt haben?  Ah! Da dringt ein Satzfetzen an meine Ohren, der mich voll und ganz bestätigt: „Als ich in Tibet war....“ Sie redet so laut, als sei das Teil ihrer Verhaltenstherapie. „Steh zu dir! Du darfst sein! Fordere dein Recht! Du hast lange genug geflüstert!“ Der Hund, der ihr zu Füßen liegt, heißt übrigens „Amadeus“, wie ich gerade erfahre.&lt;br /&gt;Ich glaube so interessant ist das nicht. Es ist ruhig hier, heute, am Mittwochnachmittag. Einem typischen Novembernachmittag. Vielleicht dem ersten dieses Jahr. Es war den ganzen Tag trübe, Feuchtigkeit hängt in der Luft, in den Bäumen und in meinen Haaren (die sich dann immer so kleinkindmässig kräuseln). Um zwei Uhr dachte ich, es wird gleich dunkel. Um halb fünf trat das ein. Und ich habe doch noch so viel vor, obwohl es bereits das gefühlte Tagesende ist. &lt;br /&gt;In drei Stunden werde ich mit einem Mann in irgendeiner Bar hocken. Nach dem ersten Getränk werden wir uns näher zueinander setzen, nach dem Zweiten, den ersten Kuss geben, und später sind die Momente, in denen wir uns nicht berühren seltener, als die Momente, wo wir aneinander kleben werden. Ich kenne das schon. Es ist nicht der erste Abend, der so verlaufen wird. &lt;br /&gt;„Mit einem Mann, der einfach nur Spaß macht“ schrieb ich in „morgens im Café Sehnsucht. In „Nachmittags im Café Franck“, und bezüglich diesen Mannes, möchte ich lieber schreiben „mit einem Mann, der nicht nur einfach Spaß macht, sondern auch Raum einnimmt.“ Es ist ein Mann, der seit Monaten in meinem Handy einige Piepser auslöst, die wiederum bei mir etwas, nämlich aufgeregte Freude, auslösen. Einige Male schon habe ich seinen Namen hier in dieses Gerät eingetippt. Texte, die nicht ihr, und auch er nicht, zu lesen bekommen. Jedenfalls noch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über diesem Text steht „Ich und Obama“. Das ist nicht ganz der Schwerpunkt geworden. Macht aber nichts, Hauptsache, es hat Lust gemacht, zu lesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen werde ich sicher wieder hier sitzen. Bei Milchkaffee, mit bekleckertem Kinn vom Kuchentunken, und von dem „einfach-nur-Mann“ schreiben. Ob ihr das zu lesen bekommt, weiß ich noch nicht. Das ist die große Frage, die ich mir beim Bloggen noch stelle: Inwiefern darf ich „intim“ werden?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-784887347495001660?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/784887347495001660/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=784887347495001660' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/784887347495001660'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/784887347495001660'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2008/11/ich-und-obama.html' title='Ich und Obama'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-8921731551468692606</id><published>2008-05-09T08:48:00.000+02:00</published><updated>2008-05-09T08:49:51.079+02:00</updated><title type='text'>morgens früh im Café Sehnsucht...</title><content type='html'>witzig, früher saß ich immer in meinem Berliner Café „Zitrone“ und schrieb „Lieber Theo“ in meinen Laptop. Das ist schon zwei Jahre her, und lange habe ich keine Briefe mehr in Cafés in den Laptop geschrieben. Ich bin zu selten „unterwegs“- dieses geistige Unterwegssein...&lt;br /&gt;Heute aber fühlte ich mich sehr inspiriert. Ich merke wie ich schnell machen muss, um es nicht zu verlieren. Das ist leider oft so, je länger ich im Tagesgeschehen drin bin, je mehr Menschen in reden gehört habe, und erst recht, wenn ich mitgesprochen habe. Morgens ist da noch diese Magie, nicht nur, weil es der Morgen mit seinem schönen Licht und den zwitschernden Vögeln ist, sondern wohl auch, weil ich gerade erst aus meinen Träumen komme, einem Ort, der die Seele in Watte packt..&lt;br /&gt;Ah, jetzt wird die Carla Bruni CD aufgelegt, sehr gut, das lässt die Gespräche der Tische um mich herum weniger präsent werden . Da sind heute morgen, halb elf im Café Sehnsucht, nur zweier-Frauen-Runden um mich herum. Zwei Mütter mit Babys- eines hängt gerade ganz selbstverständlich an Mutters entblößter Brust. Sie wippen sie auf ihrem Schoß herum, machen an ihnen herum, Lagewechsel, Bauchlage, anschauen, mit den Fingerchen spielen, ein lebendiges Spielzeug, dass plötzlich der Lebensinhalt geworden ist.&lt;br /&gt;Als ich klein war, und ein Geschenk oder etwas Neues bekommen hatte, wachte ich oft am nächsten Morgen auf, und hatte so ein besonderes Gefühl. Im ersten Morgentran wusste ich noch nicht was es war. In diesem kleinen Moment, wo man sich noch fragt, welcher Tag heute ist, und was es heute zu tun gibt, da fragte ich mich, was ist da Neues in meinem Leben, etwas Gutes ist doch passiert!?&lt;br /&gt;Ob die jungen Mütter dieses Gefühl nun jeden Tag verspüren? Na vermutlich werden sie meistens durch das kreischende Baby geweckt, so dass man sich wenig Fragen stellen muss, was denn wohl das gute Neue im Leben ist ( und da kreischt das kleine Menschlein auch schon, und keiner weiß warum...)&lt;br /&gt;Dann ist da ein Tisch von zwei Frauen, die haben nur einen Tee getrunken, scheinen sich rein pragmatisch, nicht aus Freundinnen-Verbundenheit getroffen zu haben. Sie sprachen über Schauspiel, über Jobs, nun tauschen sie gerade e-mail-Adressen aus. „Ist ja witzig,“ sagt da gerade die eine, weil wohl etwas Kreatives im Namen steckt. Das kennen wir alle. Situationen, die sich in ihren Worten, Gesten und Gefühlen so oft wiederholen...&lt;br /&gt;Mütter und Babys gehen... müssen gehen, das kleine Menschlein hört nicht auf zu weinen. Inspiration und Muttersein... verträgt sich das?&lt;br /&gt;Nun sind auch die Schauspielerinnen gegangen und zurück bleibt noch ein Tisch mit zwei Frauen. Untypische Café-Sehnsucht-Besucherinnen: Kölnerinnen!! Die echten, ja sie gibt es noch, und das hier im kultigen Ehrenfeld, das so viele Immis anzieht. Zwei blonde Frauen (gefärbt), Kleidung sommerlich (natürlich bei dem neuen Wetter), pastellfarben, Top und Strickjäckchen in rosa und es dringen kölsche Töne an mein Ohr („wat bin isch froh datt isch keene Zwillinge han“ oder „beim C&amp;A hann isch nix jefunde“). Sie frühstücken. Den Klassiker: Brötchen, Schinken, Käse und Ei. Dazu herkömmlichen Kaffee. Milchkaffee? Warum mehr zahlen für datt selbe? Café Latte gar? Kaffee im Glas- wofür datt dann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin gerade ziemlich glücklich. „Ziemlich glücklich“ schreibe ich. Was soll denn das sein?! Das heisst wohl, ich traue mich nicht zu sagen, dass ich „richtig glücklich“ bin!?&lt;br /&gt;Ich muss grinsen. Neulich sagte ich, als ich mit Stefan auf dem Rad saß, an einem dieser ersten frühsommerlichen Tage, dass ich gerade glücklich bin (ich glaube, ich ließ sogar „ziemlich“ weg). Er darauf, ganz nüchtern: „Das ist schlecht.“ Ich musste sehr lachen. Ich weiß eigentlich gar nicht warum. Vielleicht weil ich glücklich war....&lt;br /&gt;Glücklich- das macht die Sonne, die warmen Temperaturen, die Kleidung, die man so lange im Schrank brach liegen hatte. Heute habe ich eine Hose angezogen, die mich sofort in eine andere Welt trug. Es ist eine weiße Hose, die ich für 3 Euro auf einem italienischen Markt gefunden habe, und fast täglich in der Villa Bacio trug...&lt;br /&gt;Gerade laufen mir so viele Bilder der Erinnerung durch den Kopf: Italien letztes Jahr...&lt;br /&gt;Der letzte Frühling, wo ich sehr inspiriert war, hochgradig emotional und leicht verliebt in einen Mann, der einfach nur Spass machte (es war ja Frühling). Begleitet wurde diese Zeit von dem Lied „Halleluja“ von Jeff Buckley. Ein Lied, dass mir durch und durch ging, das meine hohe Emotionalität begleitete, das ich sang während ich durch die aufkeimende Natur spazierte.&lt;br /&gt;Da war der Italienisch-Kurs, der mich in freudige Aufregung auf das, was da kommen mochte, versetzte.&lt;br /&gt;Da war der Balkon von Christiane. Ich hütete ihre Wohnung, während sie in Bali den deutschen Frühling verpasste. Frühstück und Abendessen auf diesem kleinen Austritt, der von der Sonne beschienen wurde, und Ausblick auf die Kirche bot. Die Kirchturmglocke, jede halbe Stunde, ich habe sie sehr gemocht.&lt;br /&gt;Eine ähnliche Stimmung befällt mich gerade. Frühling 2007, und nun Frühling 2008. Da sind Parallelen. Weihnachten denkt man vielleicht auch an das letzte Weihnachten. Geburtstag denkt man unweigerlich an seinen letzten Geburtstag. Und Frühling ist wohl das intensivste Gefühl. Dieses Aufblühen der äusseren und inneren Natur...&lt;br /&gt;Und dann habe ich heute morgen noch Musik von Brett Perkins gehört. Dem Mann. Mit dem ich im Sommer vor zwei Jahren eine sehr schöne Zeit hatte. Unglaublich wie Musik in der Lage ist, all das in ein paar Takten zurück zu holen.&lt;br /&gt;Dankbar bin ich, weil ich so viel schon erlebt habe. Es gibt so viele Bilder, die ich abrufen kann. Es ist als sei mein Leben ein Haus mit vielen Zimmern. Ich kann in die einzelnen Zimmer gehen, und jedes ist eine Phase meines Lebens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun werde ich unruhig. Es wird auch voller und verrauchter hier im Café. Draussen lockt immer noch die Sonne, und genau dahin werde ich nun gehen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-8921731551468692606?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/8921731551468692606/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=8921731551468692606' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8921731551468692606'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/8921731551468692606'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2008/05/morgens-frh-im-caf-sehnsucht.html' title='morgens früh im Café Sehnsucht...'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-6455296355714323695</id><published>2008-04-11T10:14:00.000+02:00</published><updated>2008-04-11T10:15:27.486+02:00</updated><title type='text'>"Sind Sie ansprechbar?"</title><content type='html'>Es ist nicht ganz einfach. Ich wundere mich darüber. Ich dachte, diesen Raum für mich zu schaffen, würde mir grosse Freiheit erlauben. Redefreiheit, Schreiben ohne Grenzen, endlose Inspiration, sinnloses Drauflosschreiben, nicht ins die Stille eines Tagebuchs oder in nie wieder gelesenen Dokumente auf der Festplatte vergraben, sondern irgendwo untergebracht, wo man mich findet. Ich mag den Gedanken, dass andere lesen, was in mir vorgeht. Menschen- Rudeltiere, wir existieren nur mit den anderen. Ohne ein Echo könnte ich wohl nicht leben, nur mit mir alleine, ohne andere, die mich verstehen, die meine Stimme vernehmen. Einen Tag ohne Menschen, das passiert manchmal. Menschen, die mir auf der Strasse begegnen, Stimmen, die ich im Supermarkt höre, Gesten, die ich beobachte, aber nicht immer nehme ich daran teil. Manchmal sind da Tage, an denen bin ich einfach nur mit mir. Und selten sind das richtig gute Tage. Ohne menschlichen Kontakt verschließe ich mich immer mehr. Ich fühle mich mehr und mehr nicht dazugehörig, als hätte ich keine Genehmigung, am Leben um mich herum teilzunehmen. Da muss ich an eine Szene denken, die mir einmal in einem Supermarkt passiert ist: Ich stand dösend an der Kasse, als mich eine Frau von hinten ansprach: „Sind sie gerade ansprechbar?“ Und dann stellte sie mir irgendeine recht banale Frage. Ich fand das erstaunlich. Das war so echt. Das traf so genau das, was ich und sicher viele andere oft fühlen: nicht ansprechbar zu sein, weil man so in sich eingeschlossen ist, weil man sich so unbeteiligt fühlt an dem, was um einen herum passiert. Diese Frau, um sie mal anschaulich zu machen war, die Gesellschaft würde es wohl „minderbemittelt“ nennen. Nachdem sie ihre Frage gestellt hatte, ließ sie kaum noch von mir ab. Fing an mir vom Meer zu erzählen. Es war ziemlich wirr und so war die Frau sicher auch innerlich. Wirre Menschen aber, ich möchte mir gerne etwas von ihnen abgucken. &lt;br /&gt;Und da denke ich an gestern Abend. Ich war auf einem Konzert des „Menschensinfonieorchesters“. Klingt ganz groß. Ist es auch, aber im Kleinen. Es sind an die zwölf Musiker, Menschen aus allen Kulturen. Die meisten haben einen anderen Lebensentwurf als den, die Gesellschaft im Allgemeinen propagiert. Keine Karriere, wohl eher so, dass es zum Leben reicht, manchmal auch nicht. So wie jeder Mensch (s)ein oder mehrere Talente hat, haben diese Menschen ihr Talent und ihre Freude in der Musik gefunden. Es war ein Konzert, wo zum Mitspielen eingeladen wurde. Jeder konnte sein Instrument mitbringen und wurde ganz zwanglos in dem Orchester integriert. Mich hat es auch erwischt, ich kann kein Instrument, singe aber gerne. Das sagte ich (dummerweise...) zu Anfang und wurde gleich als Sängerin vor ein Mikro gestellt. Ohne das Lied zu kennen, durfte ich einfach frei nach Lust und Laune irgendwelche Töne zu einem schönen Blues-Rhythmus machen. Ich war aufgeregt, aber dennoch erstaunlich mutig. Manchmal rutschten mir recht laute Töne aus der Kehle. Ich fühlte mich fast wohl dort inmitten der Musiker. Im Publikum waren nicht sehr viele Menschen, vielleicht fünfzehn. Aber auch die machten es leicht, sich zu öffnen. Das war gleich beim Betreten des Raumes schon spürbar geworden. Es fand in einer Kirche statt, das Publikum waren zum größten Teil Menschen, die in der Kirche ihren sozialen Halt finden. Sie können in dort Essen für wenig Geld, finden Ansprache und Hilfe für den Alltag. „Die anderen“ Menschen, Kleidung, die getragen wird, damit man halt was an hat, Haare, die irgendwie da sind, eine Körperhaltung, die Müdigkeit und ein Hängenlassen verrät. Das Bier in der Hand. Ich auch. Menschen, die ich eher meiden würde, ich habe nichts gegen sie, aber muss ihnen auch nicht zu nah kommen. Aber hier in diesem Konzert waren wir nah. Und ich lernte dabei. Ich lernte, dass diese Menschen, zumindest an diesem Abend, absolut „ansprechbar“ waren. Sie redeten, manchmal vielleicht ein wenig zu laut. Sie klatschten nicht nur passiv und höflich Beifall, sondern riefen ihre Begeisterung aus. Es flog mal ein Kronkorken auf die Bühne. Erst erschreckte ich ein wenig, rollte vielleicht leicht die Augenbrauen hoch, dann glaubte ich aber zu verstehen, dass es nicht „zerstörerisch“ gemeint war, sondern Ausdruck von Freude. Einige tanzten auch, sehr temperamentvoll teilweise, so dass auch dass in mir manchmal ein gewisses Unwohlsein erzeugte. Ich verstand aber, dass ich umzudenken habe. Die Menschen wollten nichts Böses, sie lebten einfach etwas aus, auf ihre Art. Vielleicht ähnlich wie Kinder, denen man einige gesellschaftlichen Regeln nicht beigebracht hat. &lt;br /&gt;Mir tat es sehr gut dort zu sein. Ich war ansprechbar, nicht nur das, ich habe angesprochen, sogar gesungen. Ich bin Menschen nah gekommen, denen ich selten nahe komme. &lt;br /&gt;Vielleicht kann ich etwas mitnehmen, von dieser Erfahrung, in meinen verschlossenen, trüben Tagen. Dann erinnere ich mich daran, das ich mich nur einmal öffnen muss, nur einem Menschen zuerst, das reicht dann oft schon, um mich in den „Modus“ zu versetzen, der mich ins Leben zurückholt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-6455296355714323695?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/6455296355714323695/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=6455296355714323695' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6455296355714323695'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/6455296355714323695'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2008/04/sind-sie-ansprechbar.html' title='&quot;Sind Sie ansprechbar?&quot;'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-7500962166026452704</id><published>2008-04-10T12:36:00.000+02:00</published><updated>2008-04-10T12:47:32.128+02:00</updated><title type='text'>Die Sonne ist schuld</title><content type='html'>Gestern noch prahlte ich vor jedem, der es nicht wissen wollte, damit, nun endlich "Blogger" zu sein, und heute habe ich bereits ein schlechtes Gewissen, da ich heute morgen, anstatt brav, so wie ich es mir als neue, bereichernde Tätigkeit vorgenommen hatte, nach dem Aufstehen, erstmal tagebuchartig-befreiend ein paar Zeilen, aus denen auch gerne mehr hätten werden dürfen, aufzuschreiben, bin ich erstmal rausgelaufen an die frische Frühlingsluft. Die Sonne war schuld. Meistens bedeuted das, das die Sonne einen wiedermal enttäuscht hat, weil sie sich hinter den Wolken versteckte, und man irgendein Vorhaben nicht wahrmachen konnte. In meinem Fall war sie eben Schuld, weil sie da war, und somit zwar ein Vorhaben wahrmachte, nämlich einen schönen Spaziergang im Grüngürtel, aber das Vorhaben mein noch nicht existierende Blogger-Gemeinde mit Wörtern zu erfreuen, kam zu kurz. Denn diese paar sinnleeren Sätze können niemanden wirklich befriedigen. Immerhin habe ich damit mein Gewissen etwas erleichtert. Und da es euch Leser noch nicht gibt, muss ich mich vor niemandem, ausser mir selbst, rechtfertigen :)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-7500962166026452704?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/7500962166026452704/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=7500962166026452704' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/7500962166026452704'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/7500962166026452704'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2008/04/die-sonne-ist-schuld.html' title='Die Sonne ist schuld'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-471411908014957087.post-1026349887416577456</id><published>2008-04-09T08:22:00.000+02:00</published><updated>2008-04-09T09:01:36.831+02:00</updated><title type='text'>Mein erstes Mal</title><content type='html'>&lt;span style="font-family: georgia;"&gt;Wahnsinnig abgedroschen der Titel für meinen ersten Blog... (das Blog, heißt es wohl laut Duden, aber wer den Blog männlich behandeln will, darf das, laut Wikipedia auch, man drückt ein Auge zu).&lt;br /&gt;Der Titel steht, er tippte sich spontan, und ich mag es, wenn es spontan herausströmt, anstatt lange an etwas zu basteln. Gut, klingt banal, und langweilig, klingt nach einer Plauderei aus dem verbotenen Nähkästchen, in dem man nichts verloren hat, und das einen auch nicht interessiert. Und doch, vermute ich, es macht den ein oder anderen neugierig. Warum? Weil ich es auch wäre. Das erste Mal... Natürlich denkt da nicht jeder an den ersten Blog, sondern an den ersten Mann, die erste Frau,  mit dem, mit der man zum ersten Mal die Dinge gemacht hat, von denen man annimmt, sie eröffnen einem eine neue Welt. Phantasien könnten real werden, wenn es gut läuft. Meist werden sie das nicht oder?!&lt;br /&gt;Sexualität, Liebe, Erotik,... sicher Themen, die ich gerne mal in meinem Pot-aux-mots zubereiten möchte.&lt;br /&gt;"Pot-aux-mots"- das kam nicht ganz so spontan raus, da musste ich schon ein wenig meine Kreativität aktivieren, und basteln. Ich schreibe immer planlos, und weiss bei einem Satz nicht, was der nächste zu sagen haben wird. Am Ende kommt meistens ziemlich viel heraus, und das ist ein buntes Allerlei. Ich dachte an Leipziger Allerlei, aber das war mir wohl zu langweilig. Nicht "neu" genug. Ich dachte es kreativ zurecht zu schnitzen, indem ich ein  "Allalei"daraus mache, vielleicht mit einem "Rheinisches" davor. Aber es machte immer noch nicht klick. Ich wollte doch gerne meinen Hang zum Französischen gleich mit rein packen. Es werden nämlich sicher Abschweifungen zu Paris, den Franzosen, der Sprache, geben. Also nachgedacht: Mein Wörterallerlei, eine wilde Mischung, die am Ende irgendwas ergibt. "Wörtersalat", wie langweilig (klingt nach dem Rätsel in der Fernsehzeitung), und ausserdem zu unfranzösisch. Sowas wie ein Eintopf könnte passen, denn alles werde ich ausschütten in meinen Blog-Topf. Eintopf und französich: Pot-au-feu... hm, hm, wo kommt da die Verbindung zum Schreiben..hm..ha: "Pot-aux-mots". Mir gefällts und ich bin gespannt, was das hier geben wird. Ob ich leckere Eintöpfe zurechttippen werden, ob ihr sie mal probieren möchtet, sie euch vielleicht sogar gut schmecken werden, ihr vielleicht ein wenig Salz hinzu geben möchtet.&lt;br /&gt;Also, auf ins Litterarische Kochstudio !(das wär auch noch ein guter Name...)&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/471411908014957087-1026349887416577456?l=pot-aux-mots.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/feeds/1026349887416577456/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=471411908014957087&amp;postID=1026349887416577456' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1026349887416577456'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/471411908014957087/posts/default/1026349887416577456'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pot-aux-mots.blogspot.com/2008/04/mein-erstes-mal.html' title='Mein erstes Mal'/><author><name>pot-aux-mots</name><uri>http://www.blogger.com/profile/08491569334120251326</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='31' src='http://1.bp.blogspot.com/-pT0Dc8tGrCE/TkD4nR_JKYI/AAAAAAAAACE/Slm1cG_Y2Pk/s220/Parisbuch_Bild.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
